Analysen­verzeichnis

ANA (Antikörper gegen Zellkerne)

Stamminformationen

Analysenname
ANA (Antikörper gegen Zellkerne)
Indikation
Diagnose und Verlaufskontrolle von Kollagenosen
Suchbegriffe
ANA, Autoantikörper gegen Zellkerne, antinukleäre Antikörper, engl. ANF, FANA, ENA

Präanalytik

Material
Serum, Monovette braun, 7.5ml
Bemerkungen

Probeentnahme

1 separate Monovette entnehmen

Mindestvolumen
2 ml
Haltbarkeit / Lagerung
Serum 1 Woche bei 4 °C
Bemerkung Nachbestellung
7 d
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Serum CAT mit Gel7.5 ml308254Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
Klinische Chemie / Autoimmunität
Rubrik
Autoantikörper/ Rheumatologie/ Immunologie

Analytik

Methode
Quantafluor System der Firma Kallestad, indirekte Immunfluoreszenz (IFA) Substrat: HEp-2-Zellen Standard: Internationale Referenz Präparation, WHO 66/233 (Fluoreszenzmuster homogen)
Analysenfrequenz
Mo - Fr
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.
Material
Alter
Referenzbereich
Serum
< 50 Jahre
> 50 Jahre
negativ (Titer < 1:40)
negativ (Titer < 1:80)

Zusatzinformationen

Analysenbeschreibung
"Antikörper gegen Zellkerne" ist ein Sammelbegriff für verschiedene Autoantikörper, die sich gegen Bestandteile von Zellkernen richten.


In unten stehender Tabelle wurden die häufigsten Fluoreszenzmuster und die zugehörigen Autoantikörper und Krankheitsassoziationen als kurze Orientierungshilfe zusammengefasst.
Muster
Autoantikörper gegen
Krankheitsassoziationen
homogen
systemischer Lupus erythematodes (SLE),
rheumatoide Arthritis
Histone Chromatin/Histone
gefleckt
(speckled)
SLE, Mischkollagenose
Mischkollagenose
Sjögren-Syndrom
Sjögren-Syndrom
Sklerodermie
nucleolär
Nucleolus
Sklerodermie
zentromer
CREST-Syndrom
PCNA
Cycline
SLE?

Bei Kindern sind Anti-nukläre Antikörper nur bei strikter Indikation angezeigt, da häufiger als beim Erwachsenen positive ANAs beobachtet werden, welche keine klinische Relevanz aufweisen.

Daher unsere Empfehlungen:

ANA Tests nur bei Kindern mit SLE- oder Kollagenose-Symptomen verwenden. Test nicht ohne klinische Relevanz anordnen, nicht wenn die Vortestwahrscheinlichkeit zu klein ist, weil sonst falsch positive Befunde resultieren könnten.

Niedrige Titer von <1:640 ohne Anzeichen systemischer Erkrankungen können bei Kindern ignoriert werden.

ANA-Tests mit Titern von >1:160 sollten durch Tests zur Bestimmung von dsDNA- und Anti-ENA-Antikörper bestätigt werden.



Autoantikörper gegen Zellkerne (ANA) werden mit der Methode der indirekten Immunfluoreszenz (IIF) auf HEp-2-Zellen bestimmt. Dies ist ein Screeningtest, bei dem verschiedene Autoantikörper gegen Zellkernbestandteile gleichzeitig erkannt werden können. Das Fluoreszenzmuster liefert gewisse Hinweise auf die Antigene (siehe Tabelle). Durch stufenweises Verdünnen der Patientenseren kann der Titer ermittelt werden (semiquantitative Bestimmung). Beim Titer handelt es sich jene Serumverdünnung, bei der man die Fluoreszenz gerade noch eindeutig erkennen kann.
Quantitative Bestimmungen der einzelnen Autoantikörpern können separat angefordert werden.
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