Analysen­verzeichnis

ANCA

Stamminformationen

Analysenname
ANCA
Indikation
Diagnostik der Vasculitiden
Suchbegriffe
Anti-Neutrophile-Antikörper, Autoantikörper gegen Neutrophiles Zytoplasma, Anti-Neutrophilen-Cytoplasma-Antikörper (-Antigene), engl. ACPA, anti-cytoplasmatic antibodies, anti-neutrophil-cytoplasmic-antibody, NANA ist Synonym mit X-ANCA (Colitis ulcerosa-Abklärung)

Präanalytik

Material
Serum, Monovette braun, 7.5ml
Bemerkungen

Probeentnahme

1 separate Monovette entnehmen

Mindestvolumen
1 Monovette Nativblut (Serumröhrchen)
Haltbarkeit / Lagerung
Serum 7 d bei 4-8 °C, 12 Monate bei -20°C
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Serum CAT mit Gel7.5 ml308254Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
Klinische Chemie / Autoimmunität
Rubrik
Autoantikörper/ Rheumatologie/ Immunologie

Analytik

Methode
indirekter Immunfluoreszenz-Test [manuell, Slides von Bio-Rad] ELIA (Phadia) für quantitative Assays: Anti-MPO, Anti-PR3
Analysenfrequenz
Mo - Fr
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.

Material
Alter
Referenzbereich
Serum
-
IIF negativ
Anti-MPO < 3.5 U/ml
Anti-PR-3 < 2.0 U/ml

Störfaktoren: Hämolyse, Lipämie, Ikterus, durch Hitzeeinwirkung inaktivierte Proben

Zusatzinformationen

Analysenbeschreibung
Zur Diagnostik der primären Vasculitiden, welche eine autoimmune Ursache haben, eignet sich der Nachweis von Anti-Neutrophilen-Antikörper (ANCA). Der Nachweis solcher Antikörper ist bei der Wegener Granulomatose mit einer hohen Sensibilität und Spezifität möglich. Bei weiteren Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises werden nicht ganz so gute Werte erreicht, aber die Diagnostik der ANCA kann einen wertvollen Beitrag liefern.

Die Immunfluoreszenzmethode (IIF) ergibt eine qualitiative (ev. semiquantitative) Aussage über die Anwesenheit von Antikörpern, welche gegen humane Neutrophile gerichtet sind. Der Test eignet sich als initialer Screeningtest. Es werden verschiedene Fluoreszenzmuster interpretiert, welche durch die Anwesenheit von Antikörpern, die gegen zytoplasmatische oder "perinukleäre" Antigene gerichtet sind, im Patientenserum entstehen. Unterschieden wird zwischen c-ANCA, bei der meist Antikörper gegen PR3, und p-ANCA, bei der meist Antikörper gegen MPO vorhanden sind, sowie "unspezifische" oder X-ANCA. Für diese Interpretation braucht es sowohl Ethanol-fixierte, als auch Formalin-fixierte humane Granulozyten.



Anti-PR3 oder Anti-MPO in ELISA-Tests können in Einzelfällen aber auch positiv ausfallen, wenn c-ANCA-Fluoreszenzmuster negativ sind. In diesem Fall sind Antikörper gegen andere Substanzen der Granula vorhanden, beispielsweise Katalase. Eine direkte Interpretation ist dann nicht möglich. Meist liegt eine virale Infektion vor, daher ist eine Kontrolle nach 2-3 Monaten angezeigt.

Die Resultate bei immunologischen Methoden sind immer unter Berücksichtigung der Klinik zu beurteilen. ANCA können bei viralen Infekten oder andere Erkrankungen, welche mit Zellschäden einhergehen, durchaus vorübergehend ansteigen, wobei Anti-MPO und Anti-PR3 aber negativ ausfallen.

Links zu Analysen