Analysen­verzeichnis

ASAT (AST)

Stamminformationen

Analysenname
ASAT (AST)
Indikation
Leber-, Herz- und Skelettmuskelschädigung
Suchbegriffe
Aspartataminotransferase, Glutamat-Oxalacetat-Transaminase, GOT, SGOT, ASAT, EC 2.6.1.1

Präanalytik

Material
Plasma Lithium-Heparin, Monovette grün, 4.9ml
Bemerkungen

Patientenvorbereitung

Patient vorzugsweise nüchtern, Blutentnahme am liegenden Patienten nach 10 Minuten Ruhe (Entnahme in aufrechter Körperhaltung ergibt bis zu 10 % höheren Wert)

Probeentnahme

Vene maximal 2 Minuten stauen, Hämolyse vermeiden

Mindestvolumen
2 ml
Haltbarkeit / Lagerung
Plasma 7 d bei + 4 - 8 °C
Bemerkung Nachbestellung
bis zu 7 d nach Blutentnahme
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Li-Heparin Monovette mit Gel4.9 ml308176Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
Klinische Chemie / Autoimmunität;Laborauftrag Sursee / Wolhusen
Rubrik
Proteine, Enzyme/ Leber

Analytik

Methode
UV-Test, Standardmethode (IFCC) mit Pyridoxalphosphat [Cobas 8000]
Analysenfrequenz
Mo - Fr
Referenzbereich
Achtung! Hohe Konzentrationen um 300 ug/ml von Sulfasalazin bzw. Sulfapyridin interferieren mit der Messmethode (Absorption bei 340 nm) und können falsche Werte bedingen.
In therapeutischen Konzentrationen kann Calciumdobesilat zu falsch niedrigen Werten führen.

Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.

Messungenauigkeit < 3%.
Signifikanter Anstieg für einen gegebenen Patienten (RCV) = 34%

Material
Alter
Referenzbereich
Li-Heparin-Plasma
Frauen
< 35 U/l
Männer
< 50 U/l
Kinder: bis 5 Tage
bis 1 Jahr
bis 16 Jahre
35 - 130 U/l
10 - 85 U/l
5 - 45 U/l
Umrechnung / Faktor
[U/L] × 0.0167 = [µkat/L]
[U/L] × 16.67 = [nkat/L]
[µkat/L] × 60 = [U/L]
[nkat/L] × 0.06 = [U/L]

Zusatzinformationen

Analysenbeschreibung
Viele Enzyme, welche wir im Plasma oder Serum bestimmen, haben dort eigentlich keine physiologische Funktion. Beim normalen Zellabbau treten geringe Mengen des Zellinhalts, darunter auch Enzyme, ins Blut über und können dort bestimmt werden. Sind die Werte normal, so findet auch die Zellmauserung in normalem Masse statt. Steigt die Aktivität der Enzyme an, so weist dies auf Zellschäden in ihren Herkunftsorganen hin. Die Enzyme, welche sich so verhalten können als Zellnekrose-Marker verwendet werden. AST wird insbesondere als Leberzellnekrose-Marker eingesetzt.

Die Aspartat-Aminotransferase (AST) kommt in allen Zellen vor. Neben der zytosolischen AST, die wir im Plasma messen, gibt es auch ein mitochondriales Isoenzym, das erst bei einer weitergehenden Zellnekrose austritt. Besonders reichlich vertreten ist die AST in der Leber, dem Herzmuskel und dem Skelettmuskel.

Die AST gehört zu den Transaminasen. Diese katalysieren den ersten Schritt beim Abbau der Aminosäuren: den Austausch der alpha-Aminogruppe gegen eine Carbonylgruppe. Die Aminosäure wird dabei in die entsprechende alpha-Ketosäure umgewandelt. Die Transaminasen benötigen als Coenzym Pyridoxalphosphat, die Quelle dafür ist Pyridoxin (Vitamin B6).

Im Stoffwechsel katalysiert die AST dieselbe Reaktion, die auch zur Messung im Labor verwendet wird: die Transaminierung von Aspartat zu Oxalacetat. Die Aminogruppe des Aspartats wird auf alpha-Ketoglutarat übertragen, das dadurch in Glutamat umgewandelt wird.


Die ASAT katalysiert auch die Transaminierung von Phenylalanin, Tryptophan und Tyrosin.

Die menschliche zytosolische AST ist ein Dimer aus 2 identischen Untereinheiten, die aus je 412 Aminosäuren bestehen und in einer Kette angeordnet sind. Das Molekulargewicht des Dimeren beträgt
2 × 46'116 Dalton.

Halbwertszeit: 12 - 14 Stunden.

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