Analysen­verzeichnis

Alkalische Phosphatase

Stamminformationen

Analysenname
Alkalische Phosphatase
Indikation
Lebererkrankungen (Verdacht auf biliäre Obstruktion, hervorgerufen zum Beispiel durch Tumore, Tumormetastasen oder Abszesse), Knochenerkrankungen, Überprüfung der Wirksamkeit einer Vitamin-D Therapie
Suchbegriffe
ALP, AP, EC 3.1.3.1

Präanalytik

Material
Plasma Lithium-Heparin, Monovette grün, 4.9ml
Bemerkungen

Patientenvorbereitung

Erwachsene: Patient unbedingt nüchtern (12 Stunden Nahrungskarenz), Blutentnahme am liegenden Patienten nach 10 Minuten Ruhe (Entnahme in aufrechter Körperhaltung  ergibt bis zu 10 % höheren Wert)

Probeentnahme

Vene maximal 2 Minuten stauen

Mindestvolumen
2 ml
Haltbarkeit / Lagerung
Plasma 1 Wo bei + 4 - 8 °C
Bemerkung Nachbestellung
7 d
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Li-Heparin Monovette mit Gel4.9 ml308176Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
Klinische Chemie / Autoimmunität;Laborauftrag Sursee / Wolhusen
Rubrik
Enzyme

Analytik

Methode
Farbtest, Standardmethode (IFCC), Messung bei 37 °C [Cobas 8000 c502]
Analysenfrequenz
Mo - Fr
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.

Messgenauigkeit < 3%
Signifikanter Anstieg für einen gegebenen Patienten (RCV) = 32%

Referenzwerte Kinder - Adoleszenz
Alter
Frauen (U/l)
Männer (U/l)
0 – 14 Tage
83 - 248
83 - 248
15 Tage - < 1 Jahr
122 - 469
122 - 469
1 - < 10 Jahre
142 - 335
142 - 335
10 - < 13 Jahre
129 - 417
129 - 417
13 - < 15 Jahre
57 - 254
116 - 468
15 - < 17 Jahre
50 - 117
82 - 331
17 - < 19 Jahre
45- 87
55 - 149
Referenzwerte Erwachsene
Alter
Frauen (U/l)
Männer (U/l)
Erwachsene
35 - 104
40 - 129
Umrechnung / Faktor
[U/L] × 0.0167 = [µkat/L]
[U/L] × 16.67 = [nkat/L]
[µkat/L] × 60 = [U/L]
[nkat/L] × 0.06 = [U/L]

Zusatzinformationen

Analysenbeschreibung
Beim normalen Zellabbau treten geringe Mengen des Zellinhalts, darunter auch Enzyme, ins Blut über, wo sie dann gemessen werden können. Viele Enzyme sind im Organismus nicht gleichmässig verteilt, sondern kommen in besonders hoher Konzentration oder sogar ausschliesslich in einzelnen Organen und Geweben vor. Steigt ihre Aktivität im Blut an, so weist dies auf Zellschäden in ihren Herkunftsorganen hin.

Die alkalische Phosphatase (ALP) beliefert wahrscheinlich Körperzellen mit anorganischem Phosphat für ihre Phosphorylierungsreaktionen. Die allgemeine Reaktion:

                           ALP
Phosphorsäureester  + H2O  <==============>  Phosphat + Alkohol

Die ALP kommt in allen Geweben vor, gebunden an den Lipoproteinen der Plasmamembran. Die im Plasma vorkommende ALP liegt als Dimer vor und stammt hauptsächlich aus Leber, Gallenwege und Osteoblasten. ferner sind eventuell Plazenta-ALP, Keimzell-ALP, sowie höhermolekularen Formen (Makroenzyme: Leber-ALP komplexiert mit IgG) vorhanden.

Den Hauptanteil der Plasmaaktivität machen normalerweise zu gleichen Teilen die Knochen-ALP und die Leber-ALP aus. Etwa 10 % sind intestinale ALP, und bei schwangeren Frauen findet man ab dem 2. Trimester das plazentaspezifische Isoenzym. Keimzell-ALP kommt beim Gesunden nicht vor und ist ein Marker für Keimzelltumoren. Höhermolekulare Formen (Oligomere) werden bei Cholestase beobachtet.

Knochen-ALP, Leber-ALP und Nieren-ALP werden alle vom selben Gen codiert und unterscheiden sich durch die gewebsspezifische posttranslationelle Modifikation (Glycosylierung). Drei weitere Gene codieren für intestinale ALP, Plazenta-ALP und Keimzell-ALP. Die Isoenzyme können z. B. elektrophoretisch getrennt und separat bestimmt werden. Im ZLM bestimmen wir nur die Gesamt-ALP.

Bei Cholestase ist die ALP stark erhöht, bei extrahepatischer Cholestase stärker als bei intrahepatischer. Bei akuten Hepatitiden ist die ALP-Steigung nur leicht. Bei chronischen Hepatitiden kann ALP im Referenzbereich bleiben. Bei alkoholischen Hepatitiden sind sowohl ALP wie auch g-GT stark erhöht.

Bei primären oder sekundären Knochenerkrankungen kann ALP normal sein (Osteoporose, Akromegalie), mittelstark erhöht (Rachitis, Hyperparathyreoidismus) oder auch stark erhöht (Knochenmetastasen, M. Paget).

Im Kindergartenalter können Schübe von Erhöhungen der ALP auftreten, welche vermutlich mit dem Wachstum des Skelettsystems, oder auch mit viralen oder parasitären Infektionen zusammen hangen.

Eine Erniedrigung der ALP-Werte werden gefunden bei Anämie, v.a. bei Perniziosa, Hypothyreoidismus, Mangelernährung, Magnesiummangel und bei Kindern mit Achondroplasie oder Kretinismus oder nach schweren Enteritiden.

Halbwertszeiten: Knochen- und Leber-ALP 16 - 60 Std., intestinale-ALP 6 Stunden