Analysen­verzeichnis

Anionenlücke

Stamminformationen

Analysenname
Anionenlücke
Indikation
Metabolische Azidose, Ketoazidose, Lactazidose, Urämie, Intoxikationen
Suchbegriffe
Anion Gap

Präanalytik

Material
Blutgasspritze, Plasma Lithium-Heparin, Monovette grün, 4.9ml
Bemerkungen

Material

Nicht aus Kapillarblut bestimmbar, da dies zu wenig genau ist.

Probeentnahme

Blutgasröhrchen Plasma abpipettiert oder LI-Hep Plasma abpipettiert

Probenbehandlung

Blutzellen abpipettieren, Plasma einschicken

Mindestvolumen
1 Blutgasröhrchen
Haltbarkeit / Lagerung
Plasma 1 d bei + 4 °C
Bemerkung Nachbestellung
bis zu 4 h nach Blutentnahme im Blutgasröhrchen, ohne Zellen 24 h
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Blutgasspritze safePICO A0.7 ml357152Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
Klinische Chemie / Autoimmunität
Rubrik
Elektrolyte, Bitte Blutgas UND Chlorid ankreuzen

Analytik

Methode
indirekte Potentiometrie mit ionenselektiver Elektrode (ISE) [ABL 837] und Berechnung
Analysenfrequenz
Mo-Fr
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.

Messgenauigkeit besser als 2% im Zentrallabor!


Achtung: bei POCT Messungen mit Kapillarblut ist die Anionenlücke zu wenig genau bestimmbar, der angegebene Wert auf ABL kann nicht verwendet werden. Falls die Anionenlücke gewünscht wird, bitte ein Blutgasröhrchen ins Zentrallabor schicken.

Material
Alter
Referenzbereich
Li-Heparin-Vollblut
kein Kapillarblut
Erwachsene
16 - 20 mmol/l

Zusatzinformationen

Analysenbeschreibung
Die Anionenlücke ist ein Mass für die in der klinischen Routine nicht bestimmten, oder nicht bestimmbaren Anionen. Zur Berechnung der Anionenlücke wird folgende Formel verwendet: 
 


Anionengap =
 ([Na+] + [K+]) - ([Cl-] + [HCO3-]) = 16 - 20 mmol/l

Da Kalium vorwiegend ein intrazellulär vorkommendes Kation ist und mengenmässig im EZR (4 mM) praktisch keine Rolle spielt, wird es bei der Berechnung häufig nicht mit einbezogen.

Eine erweiterte Anionenlücke, d.h. Anionenlücke von mehr als 16 - 20 mmol/l, ist zu erwarten bei metabolischer Azidose, bei Urämie, Ketoazidose, Lactatazidose, und bei Intoxikationen.

Zu beachten ist, dass Infusionslösungen variable Mengen Propylenglykol enthalten, das in Dosierungen über 25 mg/kg/h zu Intoxikationen mit Leberschäden führen kann, ähnlich wie mit Ethylenglykol. Propylenglykol wird zugesetzt um die Löslichkeit lipophiler Medikamente zu erhöhen. In diesen Fällen ist es empfehlenswert die Anionenlücke zu bestimmen.