Analysen­verzeichnis

Bilirubin total

Stamminformationen

Analysenname
Bilirubin total
Indikation
Diagnose, Differenzialdiagnose und Verlaufsbeurteilung des Ikterus
Suchbegriffe
Bilirubin, Gesamtbilirubin (= konjugiertes und unkonjugiertes Bilirubin)

Präanalytik

Material
Plasma Lithium-Heparin, Monovette grün, 4.9ml
Bemerkungen

Patientenvorbereitung

Erwachsene: Patient unbedingt nüchtern (4 Stunden Nahrungskarenz), keine körperliche Betätigung vor Blutentnahme

Probeentnahme

Probe vor Licht schützen

Mindestvolumen
2 ml
Haltbarkeit / Lagerung
Plasma bei + 4 - 8 °C
Bemerkung Nachbestellung
bis zu 4 h nach Blutentnahme
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Li-Heparin Monovette mit Gel4.9 ml308176Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
Klinische Chemie / Autoimmunität
Rubrik
Leber/ Stoffwechsel

Analytik

Methode
Farbtest, Bestimmung nach Wahlefeld (modifizierte Malloy-Evelyn Methode) mit Diazoreagenz (DPD-Methode) [Cobas 8000]
Analysenfrequenz
Mo - Fr
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.

Messungenauigkeit < 4%.
Signifikanter Anstieg für einen gegebenen Patienten (RCV) = 68%

Material
Alter
Referenzbereiche
Bemerkung
Li-Heparin-Plasma
Erwachsene
< 21 µmol/l

Kinder: 0 - 2 Tag
2 - 3 Tage
3 - 4 Tage
4 - 6 Tag
6 Tag - 1 Monat

1 Monat - 18 Jahre
< 150 µmol/l
< 193 µmol/l
< 217 µmol/l
< 216 µmol/l
< 17 µmol/l

< 17 µmol/l
Die Referenzwerte beziehen sich auf Kinder ab 1 Monat. Für diese Altergruppe sind keine separaten Referenzwerte verfügbar.

Störfaktoren: Licht, Indocyaningrün
Umrechnung / Faktor
[µmol/L] × 0.0585 = [mg/dL]
[mg/dL] × 17.1 = [µmol/L]

Zusatzinformationen

AnalysenbeschreibungStrukturformel:
Bilirubin entsteht beim Abbau des Häms. Dessen Tetrapyrrolring wird aufgespaltet und dabei ein Molekül CO freigesetzt. Es entsteht zuerst das grüne Biliverdin, das dann durch Reduktion einer Doppelbindung zwischen dem 2. und dem 3. Pyrrolring in die gelbbraune Verbindung Bilirubin umgewandelt wird. Bilirubin ist schlecht wasserlöslich und wird für den Transport im Plasma an Albumin gebunden.

In der Leber wird Bilirubin durch Konjugation seiner beiden Propionsäuregruppen mit Glucuronsäure wasserlöslich gemacht. Es entstehen Bilirubin-Monoglucuronid und Bilirubin-Diglucuronid, die mit der Galle in den Darm ausgeschieden werden. Darmbakterien wandeln die Bilirubin-Glucuronide in Urobilinogen um. Ein Teil des des Urobilinogens gelangt über den enterohepatischen Kreislauf wieder ins Plasma und als Urobilin in den Urin. Der Rest wird im Darm weiter zu Stercobilin reduziert, das mit dem Stuhl ausgeschieden wird.

Man unterscheidet drei Fraktionen Bilirubin im Plasma, nämlich:

  • unkonjugiertes Bilirubin (Bu), locker an Albumin gebunden
  • kovalent an Albumin gebundenes Bilirubin (Bd)
  • mit Glucuronsäure konjugiertes Bilirubin (Bc)

Wird das direkte Bilirubin bestimmt, erfasst man hauptsächlich Bc und Bd, aber nur einen kleinen Anteil von Bu. Der Name rührt davon her, dass bei der früheren Bestimmungsmethode nach Jendrassik und Grof, Bc und Bd direkt einen Azofarbstoff bilden, der photometrisch gemessen wird. Bu müsste für eine Farbreaktion erst durch einen Zusatz in Lösung gebracht werden; dieser Schritt wird heute weggelassen.
Für die Bestimmung des totalen Bilirubins wird im IKCI die DPD-Methode nach Wahlefeld et al. verwendet. Alle drei Fraktionen werden durch Zusatz eines Detergens in Lösung gebracht und bilden mit 2,5-Dichlorphenyldiazoniumchlorid einen Azofarbstoff, der photometrisch gemessen wird.
Das unkonjugierte Bilirubin (Bu) lässt sich abschätzen, ~ totales minus direktes Bilirubin.

Interpretation:

  • Bei einem prähepatischen Ikterus ist vor allem Bu vermehrt.
  • Bei einem hepatischen Ikterus sind alle Fraktionen vermehrt, und der Anteil des konjugierten Bilirubins beträgt > 50 %.
  • Ein posthepatischer Ikterus manifestiert sich durch eine Erhöhung von Bc und Bd, also in etwa des direkten Bilirubins.
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