Cholesterin gesamt
Stamminformationen
| Analysenname | Cholesterin gesamt |
| Indikation | Lipidstoffwechselstörungen, angeborene familiäre (primäre) Hypercholinesterämie (Fredrickson Typ IIa, IIb, III und IV), sekundäre (erworbene) Hypercholesterinämie, Früherkennung eines Atherosklerose-Risikos, Therapiekontrolle bei Behandlung mit lipidsenkenden Medikamenten |
| Suchbegriffe | Cholesterin gesamt, Cholesterol |
Präanalytik
| Material | Plasma Lithium-Heparin, Monovette grün, 4.9ml;Punktate | ||||||||||
| Bemerkungen | PatientenvorbereitungPatient unbedingt nüchtern (12 Stunden Nahrungskarenz), Blutentnahme am liegenden oder sitzenden Patienten nach 10 Minuten Ruhe (Entnahme in aufrechter Körperhaltung ergibt bis zu 10 % höheren Wert) ProbeentnahmeVene maximal 2 Minuten stauen | ||||||||||
| Mindestvolumen | 1 ml | ||||||||||
| Haltbarkeit / Lagerung | 7 d bei RT, 7d bei 2-8 °C, 3 Monate bei -20 °C | ||||||||||
| Bemerkung Nachbestellung | 7 d | ||||||||||
| Medium |
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Ausführung
| Institut / Labor | |
| Auftragsformular | Klinische Chemie / Autoimmunität;Laborauftrag Sursee / Wolhusen |
Analytik
| Methode | Enzymatischer Farbtest (CHOD-PAP) [Cobas 8000 c 502] | ||||||||
| Analysenfrequenz | Mo - Fr | ||||||||
| Referenzbereich | Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen. Messungenauigkeit < 4%. Signifikanter Anstieg für einen gegebenen Patienten (RCV) = 17%
Störfaktoren: Gammopathie, insbesondere vom Typ IgM (Waldenström-Makroglobulinämie), N‑Acetylcystein sowie der Acetaminophen-Metabolit N‑Acetyl‑p‑benzochinonimin (NAPQI) | ||||||||
| Umrechnung / Faktor | [mmol/L] × 38.66 = [mg/dL] [mg/dL] × 0.026 = [mmol/L] |
Zusatzinformationen
| Analysenbeschreibung | Biochemie Cholesterin ist ein unentbehrliches Lipid für alle tierischen und menschlichen Zellen, in der Pflanzenwelt kommt es hingegen nicht vor. Cholesterin ist als Cholesterinester zwischen den Fettsäureketten eingelagert, welche die Lipiddoppelschicht der zellulären Membranen bildet. Das Mengenverhältnis von Cholesterinester zu Diglyceriden ist variabel, kann aber bis 50% betragen. Cholesterinester vermindern die Fluidität der Plasmamembran, so dass es für kleine, wasserlösliche Substanzen schwerer ist, in die Zelle zu gelangen, somit stabilisieren sie die Zelle. Bakterien enthalten kein Cholesterin: die Zellwand dient hier als Stabilisator für die Zellmembran. Cholesterin ist aber auch Ausgangssubstanz für die Biosynthese sämtlicher Steroidhormone (Glucocorticoide, Mineralocorticoide, Sexualhormone) und der Gallensäuren sowie des Vitamins D. Der Organismus synthetisiert etwa 80 % des benötigten Cholesterins selbst, während der Rest aus der Nahrung stammt. Fast jede Zelle ist zur Cholesterinsynthese fähig; Hauptsyntheseort ist jedoch die Leber. Strukturformel: Die Hydroxylgruppe bei C3 (links unten) ist bei etwa zwei Dritteln der Cholesterinmolekülen im Plasma mit einer Fettsäure verestert: Cholesterinester. Cholesterin und Cholesterinester sind schlecht wasserlöslich. Für den Transport im Plasma werden sie deshalb zusammen mit Triglyceriden und Apolipoproteinen in kugelförmige Partikel, die Lipoproteine, "verpackt". Nach der Dichte, Grösse und Zusammensetzung teilt man die Lipoproteine im Plasma ein in:
Was geschieht nun mit den Fetten, welche durch die Nahrung aufgenommen werden? Nach einer fetthaltigen Mahlzeit werden die Triglyceride im Duodenum durch die Gallensäuren emulgiert, d.h. in kleine "Fetttröpfchen" ähnlich den Liposomen, verteilt. Damit sind für die pankreatische Lipase gute Voraussetzungen geschaffen um die Triglyceride in Fettsäuren und Monoglyceride zu spalten. Die Enterozyten nehmen Fettsäuren, Monoglyceride, Cholesterin und auch lipophile Vitamine auf und synthetisieren Chylomikronen, welche in den Chylus (Lymphbahn) abgegeben werden. Ein Teil der aufgenommenen Lipide, insbesondere die kurzkettigen Fettsäuren gelangt über die Pfortader direkt zur Leber. Chylomikronen enthalten von den Enterozyten synthetisierte Triglyceride, Cholesterin und Cholesterinester, sowie die Apolipoproteine ApoB48, Apo-CII und Apo-E. Die Triglyceride in den Chylomikronen werden schon im Ductus thoracicus durch Lipasen attackiert: Fettsäuren werden frei und die Chylomikronen werden immer kleiner. Körperzellen nehmen die freien Fettsäuren auf und metabolisieren sie für ihren Eigenbedarf (Energie, Zellmembransynthese, Hormonsynthese) oder speichern sie. (Fettzellen, Muskelzellen) Übrig bleiben Chylomikronen-Remnants (Remnant = Rest oder Überbleibsel), ganz kleine Partikel mir nicht verwendetem lipophilem Material und Proteinen. Diese werden von Hepatozyten, welche "Chylomikronen-Remnant- Rezeptoren" besitzen, aufgenommen und eliminiert. VLDL Partikel dienen der Versorgung der Körperzellen mit Lipiden und mit Cholesterin. So entstehen wiederum VLDL-Remnants, welche kleiner sind als ursprünglich und IDL (intermediate density lipoproteins) genannt werden. Die Membranhülle der VLDL-Remnants mit den Proteinen Apo-A. Apo-C und Apo-E werden auf HDL übertragen, die innere Remnants von den Hepatozyten aufgenommen und metabolisiert. LDL-Partikel dienen der Lipidversorgung der Körperzellen. HDL-Partikel dienen dem Rücktransport von Cholesterin zur Leber und senken somit den Cholesterin-Spiegel. Klinik Bevor die Diagnose einer primären Fettstoffwechselstörung gestellt wird, müssen sekundäre Dyslipoproteinämien ausgeschlossen werden. Ursachen können sein Medikamente, endokrine Erkrankungen (Cushing, Hypothyreose), Sepsis, Diabetes mellitus Typ 2, Anorexie, life-style Faktoren wie Rauchen, Genussmittel, Adipositas, zu wenig Bewegung, nicht balancierte Ernährung, etc. Von Bedeutung sind die Erhöhungen des Cholesterinspiegels oder des LDL-Cholesterins oder eine Erniedrigung des HDLs. Die Ursachen sind angeborene Störungen des Cholesterinstoffwechsels. In letzter Zeit sind viele Defekte bekanntgeworden, die beispielsweise das Zusammenspiel des LDL und HDL mit ihren jeweiligen Rezeptoren stören. (Beispiele: Familiärer HDL-Mangel =ABCA1-Mangel, Taq1B-Polymorphismus, Apolipoprotein B-100 Defekt, Apo-E Polymorphismus, etc.) Einige Beispiele: |
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