Analysen­verzeichnis

Digoxin

Stamminformationen

Analysenname
Digoxin
Indikation
Therapeutisches Drug Monitoring
Suchbegriffe
Handelspräparate: Digoxin, Lenoxin

Präanalytik

Material
Serum, Monovette braun, 7.5ml
Bemerkungen

Probeentnahme

übliche Zeit der Probenahme: Minimum/Tal (vor der nächsten Dosis, frühestens 8 Stunden nach der letzten Dosis)

Mindestvolumen
2 ml
Haltbarkeit / Lagerung
Serum 7d bei 15 - 25 °C, 14d bei 2 - 8 °C, 6 Monate bei -20 °C (nur einmal einfrieren)
Bemerkung Nachbestellung
bis zu 48 h nach Blutentnahme (Zeitpunkt der Medikamentengabe beachten!)
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Serum CAT mit Gel7.5 ml308254Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
Urin / andere Materialien / Med. / Drogen
Rubrik
Antibiotica: Rückseite

Analytik

Methode
Elektrochemilumineszenz-Immunoassay (ECLIA), kompetitiv [Cobas 8000 e 801]
Analysenfrequenz
Mo - Fr
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.

Messungenauigkeit < 7%.

Material
üblicher therapeutischer Bereich
Serum
Herzinsuffizienz (EF < 45%)
Zielbereich 0.65 - 1.0 nmol/l

Frequenznormalisierung bei VHF ohne Herzinsuffizienz
Zielbereich bis 1.3 nmol/l

Störfaktoren: hohe Biotin-Dosen (> 5 mg/Tag), Digoxin-ähnliche immunreaktive Substanzen (Digoxin-like immunoreactive substances, DLIS) in einer Probe, Antikörpern gegen Analyt-spezifische Antikörper, Streptavidin sowie Ruthenium
Umrechnung / Faktor
[µg/mL] = [mg/L]
[µmol/L] × 0.78 = [µg/mL]
[µg/mL] × 1.28 = [µmol/L]

Zusatzinformationen

Analysenbeschreibung
Digoxin besteht aus dem Steroid Digoxigenin und drei Molekülen des Zuckers Digitoxose (links im Bild):



Digoxin ist ein Inhibitor der Na+-K+-ATPase. Unter Digoxin nimmt die intrazelluläre Konzentration Ca2+ zu. Das Membranpotential wird dadurch weniger negativ, wodurch die Muskelzellen der Skelettmuskulatur eine erhöhte Neigung zur Erregung zeigen. (positiv inotroper Effekt)

Am Herzen ist ein ganz andere Situation zu beobachten. Digoxin wirkt positiv inotrop: es steigert die Kontraktionskraft und das Herzminutenvolumen. Es wirkt ferner negativ chronotrop: die Frequenz des Herzens nimmt ab. Beide Mechanismen werden über die Erhöhung des intrazellulären Kalziums und Natriums erklärt.

Die Proteinbindung im Plasma beträgt etwa 20 - 25 %, so dass bei starkem Gewichtsverlust mit Albuminmangel die Dosis angepasst werden muss.

Digoxin wird zu etwa 90 % unverändert über die Niere ausgeschieden. Bei der Metabolisierung in der Leber entstehen die herzwirksame Metaboliten: Digoxigenin-bis-digitoxosid, Digoxigenin-mono-digitoxosid und Digoxigenin, neben mehreren inaktiven Metaboliten.

Der Plasmaspiegel zeigt nach i. v. Gabe einen biphasischen Abfall. Der steile Ast entspricht der Verteilung des Digoxins in Plasma und Gewebe. Diese Phase dauert etwa mindestens 8 Stunden. Der zweite, flach verlaufender Kurvenast, gibt die Elimination durch Metabolisierung und renale Ausscheidung wieder. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt 40 - 70 Stunden bei Personen mit normaler Nierenfunktion, bei Niereninsuffizienz ist sie entsprechend verlängert.

Toxische Wirkungen: Herzrhythmusstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhöe, Schwindel, Kopfschmerzen, Konfusion, Delirium und Krämpfe

Eine Besonderheit der Analyse: Digoxin-ähnliche immunreaktive Substanzen (Digoxin-like immunoreactive substances, DLIS) sind Substanzen, die in den Immunoassays mit den Antikörpern gegen Digoxin kreuzreagieren und dadurch eine zu hohe Digoxin-Konzentration vortäuschen. DLIS kommen besonders in den Seren von Neugeborenen, schwangeren Frauen (besonders drittes Trimester) und Patienten mit Niereninsuffizienz und Leberversagen vor.

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