Erythrozyten-Folsäure
Stamminformationen
| Analysenname | Erythrozyten-Folsäure |
| Indikation | makrozytäre Anämie, Frauen: Planung einer Schwangerschaft, chronischer Alkoholismus, Verdacht auf ungenügende Folsäurezufuhr, nach Behandlung mit einem Folsäure-Antagonisten |
| Suchbegriffe | Ec-Folsäure, RBC-Folat |
Präanalytik
| Material | EDTA, Monovette violett, 2.7ml | ||||||||||
| Mindestvolumen | 2 ml | ||||||||||
| Haltbarkeit / Lagerung | Vollblut vor der Herstellung von Hämolysatproben: 2h bei RT, 24 Stunden bei 2-8°C, 1 Monat bei - 20 °C (nur einmal einfrieren) | ||||||||||
| Bemerkung Nachbestellung | 2 Stunden | ||||||||||
| Medium |
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Ausführung
| Institut / Labor | |
| Auftragsformular | Klinische Chemie / Autoimmunität |
| Rubrik | Eisen / Anämie |
Analytik
| Methode | Nach Vorbehandlung der Probe, Bestimmung der Folsäure Konzentration im Hämolysat
Elektrochemilumineszenz-Bindungstest, Kompetitionsprinzip [Cobas pro e 801]
Berechnung Ec-Folsäure Konzentration (nmol/L):
(Konzentration Folsäure × 21*) / (Hämatokrit %) × 100
*Verdünnungsfaktor | ||||||
| Analysenfrequenz | Mo - Fr | ||||||
| Referenzbereich | Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.
Messungenauigkeit < 5%.
Störfaktoren: hohe Biotin-Dosen (> 5 mg/Tag), Folinsäure (Leucovorin), Methotrexat (Methotrexate), Antikörpern gegen Analyt-spezifische Antikörper, Streptavidin sowie Ruthenium | ||||||
| Umrechnung / Faktor | [nmol/L] × 0.441 = [ng/mL] [ng/mL] × 2.266 = [nmol/L] |
Zusatzinformationen
| Analysenbeschreibung | Biochemie Folsäure (Pteroyl-Monoglutaminsäure, PGA) wird von Pflanzen und Bakterien der Darmflora gebildet und ist in vielen pflanzlichen und tierischen Geweben (Gemüse, Pilze, (Bier-)Hefe, Leber, Milch) enthalten. Chemische Struktur: Folsäure ist die Vorstufe der metabolisch aktiven Verbindungen Tetrahydrofolsäure, N5-Methyltetrahydrofolsäure und N10-Formyltetrahydrofolsäure. Diese dienen bei manchen Biosynthesen als Donoren von Methylgruppen, so etwa bei der de-novo-Synthese der Purine, der Methylierung von Desoxyuridinmonophosphat (dUMP) zu Desoxythymidinmonophosphat (dTMP), oder bei der Methylierung von Homocystein zu Methionin. 95% der Folsäure befindet sich in den Erythrozyten. Die Aufname ist Vitamin B12 abhängig. Klinik Da Folsäurederivate bei der Biosynthese verschiedener Nucleotide im Spiel sind, wird bei einem Folsäuremangel die DNS-Synthese eingeschränkt. Besonders die Versorgung mit dTMP ist für die Geschwindigkeit der DNS-Synthese kritisch. Zellen und Gewebe mit hoher Teilungsrate, wie diejenigen des hämatopoetischen und des lymphatischen Systems, der Darmmucosa, der Haarfollikel, aber auch Tumorzellen, bekommen den Mangel zuerst und am empfindlichsten zu spüren. Das erste sichtbare Zeichen eines Folsäuremangels ist oft eine makrozytäre Anämie. Auch ein erhöhter Homocysteinspiegel kann die Folge eines Folsäuremangels sein, da Methylen- tetrahydrofolat für die Bildung von Methionin aus Homocystein benötigt wird. Studien in verschiedenen Ländern erbrachten Hinweise, dass Folsäure dazu beitragen kann, eine gefürchtete embryonale Missbildung, die Spina bifida ("offener Rücken"), zu vermeiden. Das Neuralrohr schliesst sich bei Folatmangel während den ersten Wochen der Embryonalentwicklung nur unvollständig. Deshalb wird Frauen, die eine Schwangerschaft planen, geraten, vorher ein Multivitaminpräparat mit Folsäure einzunehmen. |
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