Analysen­verzeichnis

Ferritin

Stamminformationen

Analysenname
Ferritin
Indikation
Eisenstatus (Eisenmangel, Eisenüberladung), Diagnose und Screening der idiopathischen Hämochromatose, Differenzialdiagnose von Anämien, (Thalassämien), Überwachung von Therapien (Erythropoietin, Eisensubstitution, Therapie der Eisenüberladung), Überwachung von Risikogruppen (Blutspender, Schwangere, Dialysepatienten, Vegetarier)

Präanalytik

Material
Plasma Lithium-Heparin, Monovette grün, 4.9ml
Mindestvolumen
2 ml
Haltbarkeit / Lagerung
Plasma 7 d bei + 4 - 8 °C
Bemerkung Nachbestellung
bis zu 7 d nach BE
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Li-Heparin Monovette mit Gel4.9 ml308176Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
Klinische Chemie / Autoimmunität;Laborauftrag Sursee / Wolhusen

Analytik

Methode
ElektroChemiLumineszenz-ImmunoAssay "ECLIA" [Cobas 8000 e 801]
Analysenfrequenz
Mo - Fr
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.

Messungenauigkeit < 4%.


Signifikanter Anstieg für einen gegebenen Patienten (RCV) = 46%

Material
Alter (Jahre)
Referenzbereich
Li-Heparin-Plasma
Frauen 18 - 60
13 -150 µg/l
Frauen > 60
13 -300 µg/l
Männer 18 - 60
30 - 400 µg/l
Männer > 60
21 - 400 µg/l
Kleinkinder < 1
12 - 327 µg/l
Kinder 1 - 3
6 - 67 µg/l
Kinder 4 - 6
4 - 67 µg/l
Kinder 7 - 12
f: 7 -84 µg/l
m: 14 - 124 µg/l
Jugendliche 13 - 17
f: 13 - 68 µg/l
m: 14 - 152 µg/l
Umrechnung / Faktor
[µg/L] = [ng/mL]

Zusatzinformationen

AnalysenbeschreibungBiochemie

Ferritin ist das Mass für das vorhandene Depoteisen. Es erlaubt die Erkennung einer Speicherentleerung, bevor eine mikrozytäre Anämie manifest wird.
Ferritin ist das Eisenspeicherprotein des Körpers. Es kommt in allen Zellen vor; die höchsten Konzentrationen findet man in der Leber, in der Milz und im Knochenmark.

Ferritin ist ein Konglomerat aus bis zu 24 Proteinuntereinheiten, von denen es zwei Klassen - genannt L (liver) und H (heart) - gibt, welche in unterschiedlichen Proportionen zu einem Ferritinmolekül zusammengefügt werden, je nachdem woher das Ferritin stammt. Das Ferritin, das in den Leberzellen, der Milz und des Knochenmarks synthetisiert wird sowie das Ferritin im Plasma, bestehen vor allem aus L-Untereinheiten, während H-reiches Ferritin im Herzmuskel und in der Plazenta vorkommt.



Das Eiweiss wird als Apoferritin (Ferritin ohne Eisen), synthetisiert und von den Zellen ins Plasma freigesetzt. Im Blut wird es mit Eisen beladen. Die 24 Proteinuntereinheiten bilden eine Hohlkugel von etwa 12 nm Durchmesser, in die bis zu 4000 Atome (im Schnitt 2500) dreiwertiges Eisen als Fe(OH)3 und FePO4 eingelagert werden, je nach dem, wie viel Eisen zur Verfügung steht (Eisenstatus).

Bei längerdauernder Eisenüberladung findet man in den Lysosomen der Leberzellen ein unlösliches, teilweise denaturiertes Abbauprodukt des Ferritins, das Hämosiderin.

Molekulargewicht: Apoferritin etwa 450 kDa

Klinik


Das Plasmaferritin gilt als bester Parameter für die Eisenspeicher des Körpers. Die Eisenwerte sind starken intra- und interindividuellen Schwankungen unterworfen und lassen sich deshalb isoliert nicht zur Beurteilung einer Anämie herbeiziehen.
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