Analysen­verzeichnis

Glucose

Stamminformationen

Analysenname
Glucose
Indikation
Diagnose des Diabetes mellitus, Verlaufskontrolle des Diabetes mellitus,
Verdacht auf Hypoglykämie
Suchbegriffe
Blutzucker

Präanalytik

Material
Plasma Lithium-Heparin, Monovette grün, 4.9ml;Fluorid, Monovette hellgrau, 2.7ml
Bemerkungen

Patientenvorbereitung

nüchtern (nü): Patient unbedingt nüchtern (12 Stunden Nahrungskarenz), Entnahme zwischen 7.00 Uhr und 8.00 Uhr
postprandial (pp): Blutentnahme 1 Stunde nach Nahrungsaufnahme

Probeentnahme

Blutentnahme aus schwach gestauter Vene
pp, Glucoseprofil, Glucose- und Lactosetoleranztest: Entnahmezeit auf Blutprobe vermerken, bei Verlauf- und Toleranztests auf gleichartiges Untersuchungsmaterial achten

Mindestvolumen
1 ml
Haltbarkeit / Lagerung
Die Stabilität der Glucose in den Proben wird durch Lagertemperatur, bakterielle Kontamination und Glykolyse beeinflusst. Plasma- oder Serumproben ohne Konservierungsmittel (NaF) sollten innerhalb einer halben Stunde nach der Entnahme von den Zellen bzw. dem Gerinnsel getrennt werden. Da Li-Heparin- Plasma keine Glycolysehemmer enthält, muss die Bestimmung innert 4 Stunden nach Abnahme durchgeführt werden.
Bemerkung Nachbestellung
bis 4 Stunden nach der Blutentnahme
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Li-Heparin Monovette mit Gel4.9 ml308176Allgemein
Fluoride EDTA Monovette2.7 ml308183Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
Klinische Chemie / Autoimmunität;Laborauftrag Sursee / Wolhusen

Analytik

Methode
UV-Test, Hexokinase-Methode [cobas 8000 c 502]
Analysenfrequenz
Mo - Fr
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen. Achtung: Die angegebenen Referenzbereiche gelten nicht für kapillare Blutentnahmen.

Messungenauigkeit < 4%



Material
Alter
Referenzbereich
Li-Heparin-Plasma
Erwachsene
4.11 - 6.05 mmol/l
60 - 90 Jahre
4.56 - 6.38 mmol/l
> 90 Jahre
4.16 - 6.72 mmol/l
Kinder
3.33 - 5.55 mmol/l
Neugeborene (1 Tag)
2.22 - 3.33 mmol/l
Neugeborene (> 1 Tag)
2.78 - 4.44 mmol/l

Störfaktore: Proben von Patienten mit Gammopathie, insbesondere vom Typ IgM (Waldenström-Makroglobulinämie), können in seltenen Fällen zu unzuverlässigen Resultaten führen
Umrechnung / Faktor
[mmol/L] × 18.02 = [mg/dL]
[mg/dL] × 0.0555 = [mmol/L]

Zusatzinformationen

Analysenbeschreibung
Glucose ist das wichtigste Kohlehydrat im Organismus, insbesondere der wichtigste Energieträger für "schnelle" Energie, aber auch ein Ausgangsprodukt für die Synthese weiterer Moleküle. Sie kann zur Energiegewinnung abgebaut werden: in den Mitochondrien fast aller Zellen aerob, bis zu Wasser und CO2, in den Erythrozyten nur anaerob (Glykolyse) zu Lactat.

Glucose wird mit der Nahrung aufgenommen: entweder direkt als Glucose oder als Saccharose (Disaccharid aus Glucose und Fructose) oder durch den Abbau stärkehaltiger Nahrungsmittel.

In einem gesunden Organismus wird die Blutglucose in einem Bereich um etwa 5 mmol/L konstant gehalten. Der Organismus kann zu diesem Zweck Glucose abbauen, in hochmolekularer Form als Glycogen (v. a. in Muskelzellen und Leber) speichern, oder er kann sie bei Bedarf aus Lactat und Aminosäuren neu aufbauen (Gluconeogenese). An der Regulation der Blutglucose sind verschiedene Hormone beteiligt: Insulin, Glucagon, Adrenalin und Cortisol, aber auch Wachstumshormone und durch eine indirekte Wirkung Ghrelin und Leptin.

Struktur:


Glucose wird glomerulär filtriert und beim Gesunden im Tubulus wieder vollständig rückresorbiert. Steigt beim Diabetiker die Blutglucose über die sogenannte Nierenschwelle von 9 - 10 mmol/L an, so reicht die Kapazität der tubulären Rückresorption nicht mehr aus, und die Glucose erscheint im Urin.

Bei Analysen im Urin kann eine Fructosurie, eine seltene genetisch bedingte Störung, falsch positive Werte ergeben.

Der qualitative Nachweis der Uringlucose mit Teststreifen (Diabur-Test etc.) wird als Screeningtest auf Diabetes mellitus eingesetzt. Er wird jedoch erst positiv, wenn die Blutglucose schon auf das Doppelte der Norm angestiegen ist.

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