Glucosetoleranztest 75 g (Schwangere)
Stamminformationen
| Analysenname | Glucosetoleranztest 75 g (Schwangere) |
| Indikation | Screening in der 24. bis 28. Gestationswoche, Verdacht auf Gestationsdiabetes, je nach Genetik und Ethnie, Screening bei der ersten Kontrolle mit Wiederholung in der 24. bis 28. Woche |
| Suchbegriffe | Glucose, Oraler Glucose Toleranztest, Gestationsdiabetes |
Präanalytik
| Material | Fluorid, Monovette hellgrau, 2.7ml | ||||||||||
| Bemerkungen | Patientenvorbereitung75 g Glucose in Wasser, so schnell möglich trinken, Patientin in Ruhe. Blutabnahmen Nüchtern, nach genau 1 Std. und 2 Std nach Glucose-Belastung. | ||||||||||
| Mindestvolumen | 2 ml | ||||||||||
| Haltbarkeit / Lagerung | 3 d bei + 4 - 8 °C | ||||||||||
| Bemerkung Nachbestellung | 3 d | ||||||||||
| Medium |
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Ausführung
| Institut / Labor | |
| Auftragsformular | Klinische Chemie / Autoimmunität |
| Rubrik | Funktionstests |
Analytik
| Methode | UV-Test, Hexokinase-Methode [Cobas 8000 c 502] | ||||||||||
| Analysenfrequenz | Mo - Fr | ||||||||||
| Referenzbereich |
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| Umrechnung / Faktor | [mmol/L] × 18.02 = [mg/dL] [mg/dL] × 0.0555 = [mmol/L] |
Zusatzinformationen
| Analysenbeschreibung | Diagnosestellung: Im LUKS gelten die Richtlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie (SGED), welche in der Therapeutischen Umschau publiziert wurden. (Ref. 1) Gemäss Empfehlungen des 6. internationalen Konsensuskonferenz für Gestationsdiabetes muss bei allen Schwangeren zwischen der 24. und 28. SSWoche ein 75 g. OGTT durchgeführt werden. Der Nüchternglucosewert alleine genügt nicht mehr. Bei Risikopatientinnen sollte der OGTT bereits bei der ersten Vorstellung gemacht werden (etwa 12. SSW), mit einer Wiederholung in der Zeit zwischen der 24. und 28 SSW. (Begründung: die Referenzwerte gelten nur in dieser SS-Phase, u.a. wegen des höheren Blutvolumens im ersten Trimenon) Risikopatientinnen sind: ältere Frauen mit BMI >25, Frauen mit vorausgegangenen Schwangerschaftsdiabetes oder nach Geburt eines grossen Kindes > 4 kg, Frauen gewisser Ethnien (Asien, Lateinamerika) oder mit bekannter familiärer Häufung von Diabetes und bei St. n. geburtshilflichen Komplikationen mit abnormem Geburtsgewicht oder Patientinnen mit polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS). Die Nüchternplasmaglucose sollte bei einer Schwangeren tiefer sein als 5.1 mmol/l. Eine Stunde nach Glucosebelastung sollte der Wert tiefer sein als 10.0 mmol/l und nach 2 Stunden tiefer als 8.5 mmol/l. Bei Erbrechen ist der Test nicht brauchbar. wenn EINE der drei Glucosemessungen (0. 1h. 2h) den Referenzbereich überschreitet, ist die Diagnose Gestationsdiabetes gegeben. Wenn der Nüchternglucosewert bereits den Grenzwert von 5.0 mmol/l übersteigt und das Kriterium "nüchtern" mit Sicherheit erfüllt ist, kann die Diagnose auch ohne die zwei Bestimmungen bei 1., resp. 2h nach Glucosebelastung gestellt werden. Statistisch wären dies 8.3% der Patientinnen mit Gestationsdiabetes. Es ist daher zu erwarten, dass die Diagnose Gestationsdiabetes häufiger gestellt werden wird mit diesen neuen Kriterien. Outcome-Daten für die einzelnen Entscheidungskriterien sind in der HAPO Studie, an welcher 25'000 Frauen aus 4 Kontinenten teilnahmen, publiziert worden. (Ref.2) |
| Literatur | 1. Lehmann R., Troendle, A., Brändle, M. "Neue Erkenntnisse zur Diagnostik und Management des Gestationsdiabetes. Ther.Umschau online 2009; DOI 10.1024/0040-5930.66.10.695
2. The HAPO Study Cooperative Research Group: Hyperglycemia and Adverse Pregnancy Outcomes N.Engl.J.Med 2008; 358:1991-2002 |
