Analysen­verzeichnis

Harnstoff

Stamminformationen

Analysenname
Harnstoff
Indikation
Überprüfung der Nierenfunktion
Suchbegriffe
Urea, BUN, Urinstickstoff

Präanalytik

Material
Plasma Lithium-Heparin, Monovette grün, 4.9ml
Bemerkungen

Patientenvorbereitung

Patient unbedingt nüchtern (12 Stunden Nahrungskarenz)

Mindestvolumen
1 ml
Haltbarkeit / Lagerung
Plasma 1 Wo bei + 4 - 8 °C
Bemerkung Nachbestellung
7 d
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Li-Heparin Monovette mit Gel4.9 ml308176Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
Klinische Chemie / Autoimmunität;Laborauftrag Sursee / Wolhusen

Analytik

Methode
kinetischer UV-Test, Urease-GLDH-Methode [cobas 8000]
Analysenfrequenz
Mo - Fr
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.

Messungenauigkeit < 4%.



Material
Alter
Referenzbereich
Li-Heparin-Plasma
Erwachsene
2.76 - 8.1 mmol/l

Kinder:< 28 Tage
1 - 6 Monate
> 6 Monate
< 7.0 mmol/l
< 7.0 mmol/l
< 8.0 mmol/l

Störfaktoren: Ammoniumionen, Gammopathien (besonders Typ Igm (Waldenström-Makriglobulinämie)) können in seltenen Fällen zu falschen Resultaten führen
Umrechnung / Faktor
mmol/l Harnstoff x 6.006 = mg/dl Harnstoff
mmol/l Harnstoff x 0.06006 = g/l Harnstoff
mmol/l Harnstoff-Stickstoff x 2.801 = mg/dl Harnstoff-Stickstoff
mmol/l Harnstoff-Stickstoff x 0.02801 = g/l Harnstoff-Stickstoff
mg/dl Harnstoff x 0.467 = mg/dl Harnstoff-Stickstoff

Wird als Probe 24‑h‑Sammelurin verwendet, das Ergebnis mit dem 24‑h-
Volumen multiplizieren, um Werte in g bzw. mmol/24 h zu erhalten.

Zusatzinformationen

AnalysenbeschreibungStruktur:
Harnstoff ist bei Säugetieren das stabile und ungiftige Endprodukt, das beim Proteinabbau aus dem Stickstoff der Aminogruppen entsteht. Der Stickstoff wird zuerst als Ammoniak freigesetzt und anschliessend im Harnstoffzyklus in Harnstoff umgewandelt. Eine proteinreiche Ernährung erhöht die Bildung und Ausscheidung von Harnstoff. Ausgeschieden er hauptsächlich über die Nieren. In geringen Mengen aber auch über den Schweiss sowie im Darm, wo er von Bakterien abgebaut wird.

Harnstoff wird glomerulär filtriert; ein Teil diffundiert im proximalen und distalen Tubulus wieder zurück. Die Rückdiffusion im distalen Tubulus wird durch Vasopressin gesteigert. Erst wenn die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) auf etwa ein Viertel der Norm abgefallen ist, beginnt der Plasmaharnstoff über den Normbereich hinaus anzusteigen.

Im englischen Sprachraum wird oft von einem "Urin-Stickstoff" BUN gesprochen. Dieser wird wie folgt aus der Harnstoffkonzentration berechnet.

BUN (Harnstoff-N) im mmol/L = Harnstoff (mmol/L) X 0.467

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