Analysen­verzeichnis

Immunglobulin M

Stamminformationen

Analysenname
Immunglobulin M
Indikation
Immunglobulinmangel
Suchbegriffe
IgM

Präanalytik

Material
Serum [Monovette braun]
Bemerkungen

Patientenvorbereitung

Blutentnahme am liegenden oder sitzenden Patienten nach 15 Minuten Ruhe (Entnahme in aufrechter Körperhaltung ergibt bis zu 10 % höheren Wert), keine körperliche Betätigung vor Blutentnahme

Probeentnahme

Vene maximal 3 Minuten stauen

Mindestvolumen
2 mL Blut
Haltbarkeit / Lagerung
7 d bei + 4 - 8 °C, - 20 °C 3 Monate (Nur, wenn innerhalb 24 nach Entnahme eingefroren, nicht mehrfach einfrieren und auftauen!)
Bemerkung Nachbestellung
bis zu 7 d nach BE, 3 Monate wenn korrekt gefrorenes Material vorhanden.
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Serum CAT mit Gel7.5 ml308254Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
IKCI: Plasma/Serum
Rubrik
Proteine/ Entzündung

Analytik

Methode
Nephelometrie (Atellica, Siemens)
Analysenfrequenz
Mo - Fr
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.

Kinder haben altersvariable Referenzbereiche (siehe Befundformular)

Material
Alter
Referenzbereich
Serum
Erwachsene f
0.4 - 2.8 g/L


Erwachsene m
0.4 - 2.3 g/L

Umrechnung / Faktor
[g/L] × 100 = [mg/dL]
[mg/dL] × 0.01 = [g/L]

Zusatzinformationen

Analysenbeschreibung
Immunglobuline (Ig) werden von B-Lymphozyten verschiedener Reifungsstadien produziert und bilden mit ihnen das humorale Immunsystem. Sie werden als Antwort auf den Kontakt mit einem Antigen (einem körperfremden Makromolekül oder einer fremden Zellstruktur) produziert. Ihre Aufgabe ist es, das Antigen zu binden und unschädlich zu machen. IgM ist hauptsächlich intravasal vorhanden und am Anfang einer Infektion, so dass es Pathogene abfangen kann, bevor die Absiedlung in die Organe erfolgt.

Man schätzt, dass der menschliche Körper etwa 108 "vorgefertigte" Immunglobuline besitzt, die jedes erdenkliche Antigen binden können. Jedes dieser Ig wird von mindestens einem bestimmten B-Lymphozyten produziert. Beim Kontakt mit dem passenden Antigen vermehrt sich ein B-Lymphozyt zu einem Klon von Plasmazellen, die grosse Mengen ihres spezifischen Immunglobulins ins Blut abgeben. Eine Plasmazelle kann im Laufe ihres Lebens die Immunglobulinklasse wechseln, die Antigenspezifität bleibt jedoch immer dieselbe.


IgM ist neben IgD das erste Immunglobulin, das im Verlauf einer Immunantwort gebildet wird. IgM kommt in zwei Formen vor. Der aktivierte B-Lymphozyt bildet monomeres IgM, das er auf seiner Zelloberfläche gebunden präsentiert. Ins Plasma abgegebenes IgM besteht aus Pentameren, seltener Hexamere mit einem Molekulargewicht von rund einer Million Dalton. Die fünf Untereinheiten sind über J-Ketten miteinander verbunden und zu einem Kreis angeordnet. (siehe Abbildung). Die 10 Fab-Bindungsstellen an der Aussenseite sind beweglich angeordnet, so dass das IgM flexibel binden kann.

Halbwertszeit von IgM: 10 Tage

Intracraniale Synthese von Antikörpern gegen Mikroorganismen ist nicht gleich wie im restlichen Körper. Der Klassenwechsel von IgM zu IgG, welcher so typisch ist für Hepatitisviren beispielsweise, findet im Gehirn nicht statt. Somit ist kein Hinweis nach Infektionszeit über die Verteilung der Immunoglobuline möglich.