Analysen­verzeichnis

Kalium

Stamminformationen

Analysenname
Kalium
Indikation
Abklärung der Ursachen einer Hypokaliämie, Verdacht auf Diuretikamissbrauch
Suchbegriffe
engl. potassium, chem. Zeichen K

Präanalytik

Material
Spontanurin ohne Zusatz [Urinmonovette gelb] oder 24h-Urin ohne Zusatz
Bemerkungen

Material

Aus Urin mit Säurezusatz nicht möglich.

Probeentnahme

Spontanurin:
24h-Urin: sammeln in Sammelbehälter, Menge notieren (auf Auftragsformular und Probenröhrchen)

Mindestvolumen
1 Urinmonovette
Haltbarkeit / Lagerung
14d bei Rt, 14d bei 2 - 8 °C, stabil bei -20 °C
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Urin Monovette NFT nativ8.5 ml389210Allgemein
Urin Monovette NFT nativ10 ml389211Allgemein
Urinbecher NFT100 ml389208Allgemein
Urinsammelflasche NFT3000 ml389209Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
Laborauftrag Sursee / Wolhusen;IKCI: Urin/ Liquor
Rubrik
Urin- Chemie Allgemein

Analytik

Methode
indirekte Potentiometrie mit ionenselektiver Elektrode (ISE) [Cobas 8000]
Analysenfrequenz
Mo - Fr
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.

Messgenauigkeit besser als 4%.

Material
Alter
Referenzbereich
Urin
Erwachsene
20 - 80 mmol/l
25 - 125 mmol/d
Kinder
20 - 80 mmol/l
35 - 80 mmol/d
Umrechnung / Faktor
[mmol] = [mEq]

Zusatzinformationen

Analysenbeschreibung
Der Gesamtbestand an Kalium beträgt etwa 3600 mmol. Obwohl sich ungefähr 98 % des Körperkaliums im intrazellulären Raum befinden, korreliert die Kaliumkonzentration im Plasma mit dem gesamten Kaliumbestand, sofern der pH normal ist.
Intrazellulär beträgt die Kaliumkonzentration ca. 160 mmol/L, extrazellulär ca. 4 mmol/L. Damit ist Kalium das dominierende intrazelluläre Kation und deshalb sind erhöhte Kaliumwerte bei grösseren Zellschäden vorhanden.
Der lebenswichtige Unterschied in den Ionenkonzentrationen in beiden Räumen wird durch die
Na+/K+-ATPase in der Zellmembran der Zelleaufrechterhalten. Dieser Ionengradient verursacht das Membranpotential und ist deshalb für den Transport von Stoffen wie Glukose und Aminosäuren in die Zelle verantwortlich. Das Membranpotenzial ist auch untrennbar mit der Erregbarkeit von Nerven- und Muskelzellen verbunden. Daher wirken sich Änderungen der extrazellulären K+-Konzentration auf die neuromuskuläre Erregbarkeit aus. Eine Hyperkaliämie kann die Erregbarkeit des Herzens beeinträchtigen (Arrhythmien bis zum Herzstillstand) und zu einer lebensbedrohlichen Kaliumkontraktur mit Atemlähmung führen.

Kaliumionen sind anderseits gegen Wasserstoffionen austauschbar; dies spielt bei Störungen des Säuren-Basen-Haushaltes eine wesentliche Rolle. Im Falle einer Alkalose treten H+ in den Extrazellulärraum über, während K+ in die Zellen einwandern. Bei einer Azidose werden H+ im Austausch gegen K+ von extrazellulär nach intrazellulär verschoben. Für jede Senkung des Blut-pHs um 0.1 Einheiten steigt das Kalium im Plasma um etwa 0.6 mmol/L.

Der Kaliumhaushalt wird in der Niere reguliert und steht in engem Zusammenhang mit dem Natriumhaushalt und dem Säuren-Basen Gleichgewicht. Kalium wird glomerulär filtriert und im proximalen Tubulus und in der Henle'schen Schleife fast vollständig rückresorbiert. Der grösste Teil des Kaliums im Endharn, etwa 30 - 80 mmol pro Tag, werden aber im distalen Tubulus sezerniert. Dies entspricht etwa 90 % des Kaliums, das täglich über die Nahrung aufgenommen wird. Der Rest wird über den Stuhl und über Schweiss ausgeschieden. Die K-Sekretion im distalen Tubulus wird durch Aldosteron gesteuert: erhöhte Aldosteronkonzentrationen bewirken eine vermehre K-Ausscheidung. Auch werden im proximalen Tubulus K-Ionen gegen Protonen ausgetauscht, so dass eine Azidose die K-Sekretion hemmt.

Kalium findet sich in der Nahrung vor allem in Früchten, Fruchtsäften und Gemüse, aber auch in Fleischprodukten.

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