Analysen­verzeichnis

LDH

Stamminformationen

Analysenname
LDH
Indikation
Nachweis einer Gewebsschädigung bzw. einer Hämolyse (Leber- und Herzdiagnostik, Verdacht auf malignen Tumor, Erkrankungen der Skelettmuskulatur, Anämien und Leukämien), M. Hodgkin und Non-Hodgkin-Lymphome (Prognose), Follow-up bei Dysgerminom der Ovarien
Suchbegriffe
Lactat-Dehydrogenase, EC 1.1.1.27

Präanalytik

Material
Plasma Lithium-Heparin, Monovette grün, 4.9ml
Bemerkungen

Patientenvorbereitung

Patient vorzugsweise nüchtern, keine körperliche Betätigung vor Blutentnahme
Blutentnahme am liegenden Patienten nach 10 Minuten Ruhe (Entnahme in aufrechter Körperhaltung ergibt bis zu 10 % höheren Wert)

Probeentnahme

Vene maximal 2 Minuten stauen, Hämolyse vermeiden

Probenbehandlung

nicht kühlen

Mindestvolumen
1 ml
Haltbarkeit / Lagerung
4d bei +4-8 °C, LDH Isoformen sind kältelabil / 6 Wochen bei -15-20 °C
Bemerkung Nachbestellung
bis zu 4 d nach der Blutentnahme
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Li-Heparin Monovette mit Gel4.9 ml308176Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
Klinische Chemie / Autoimmunität;Laborauftrag Sursee / Wolhusen

Analytik

Methode
UV-Test, optimierte Standardmethode (DGKC), Messung bei 37 °C [Cobas 8000]
Analysenfrequenz
Mo - Fr
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.

Messungenauigkeit < 3%

Material
Alter
Referenzbereich
Li-Heparin-Plasma
Frauen ab 16 J
135 - 214 U/l
Männer ab 16 J
135 - 225 U/l

Kinder: < 20 Tage
2 - 15 Jahre
225 - 600 U/l
120 - 300 U/l

Störfaktoren: In sehr seltenen Fällen kann eine Gammopathie, insbesondere vom Typ IgM (Waldenström-Makroglobulinämie), zu unzuverlässigen Ergebnissen führen, Kontamination mit Erythrozyten führt zu erhöhten Werten
Umrechnung / Faktor
[U/L] × 0.0167 = [µkat/L]
[U/L] × 16.67 = [nkat/L]
[µkat/L] × 60 = [U/L]
[nkat/L] × 0.06 = [U/L]

Zusatzinformationen

Analysenbeschreibung
Die meisten Enzyme haben im Blut eigentlich gar keine Funktion. Beim normalen Zellabbau treten geringe Mengen des Zellinhalts, darunter auch Enzyme, ins Blut über. Viele Enzyme sind im Organismus nicht gleichmässig verteilt, sondern sie kommen in besonders hoher Konzentration oder sogar ausschliesslich in einzelnen Organen und Geweben vor. Steigt ihre Aktivität im Blut an, so weist dies auf Zellschäden in ihren Herkunftsorganen hin.

Die Lactatdehydrogenase (LDH) kommt in allen Zellen vor. Die höchsten Aktivitäten trifft man im Herzmuskel, in der Leber, im Skelettmuskel und in den Erythrozyten. Die einzelnen Organe und Gewebe unterscheiden sich im Isoenzym-Muster.

Die LDH spielt ihre wichtigste Rolle in der Glycolyse, die in sämtlichen bekannten Zellen Energie liefert: sie katalysiert die reversible Reduktion von Pyruvat zu Lactat mit NADH. Daneben setzt sie noch eine Anzahl weiterer Substrate um. Die Reduktion von Pyruvat zu Lactat dient auch zur Aktivitätsbestimmung im Labor.

Die LDH ist ein Tetramer aus zwei verschiedenen Untereinheiten, genannt H (heart) und M (muscle).


Die H-Untereinheit besteht aus 333 Aminosäuren und hat ein Molekulargewicht von 36'507 D. Für die M-Untereinheit sind es 331 Aminosäuren und ein Molekulargewicht von 36'557 Dalton.

Aus den beiden Untereinheiten lassen sich fünf verschiedenen Isoenzyme kombinieren. Die Isoenzyme und ihre Hauptlokalisationen sind:

  • HHHH (LDH-1) (Herzmuskel, Erythrozyten, Niere)
  • HHHM (LDH-2)(Herzmuskel, Erythrozyten, Niere)
  • HHMM (LDH-3) (Milz, Lunge, Lymphknoten)
  • HMMM (LDH-4) (Leber, Skelettmuskel)
  • MMMM (LDH-5) (Leber, Skelettmuskel)

Die Isoenzyme können z. B. elektrophoretisch getrennt werden. Eine selektive Aktivitätsbestimmung ist auch möglich durch den Einsatz bestimmter Substrate, die von einzelnen Isoenzymen spezifisch umgesetzt werden. Für die Bestimmung von LDH-1 können Antikörper zugesetzt werden, die M blockieren oder abtrennen.

Die Halbwertszeiten sind Isoenzym-spezifisch: HHHH 4 - 5 Tage, MMMM 8 - 12 Std.

Messreaktion:


LDH
Pyruvat + NADH + H+ ¬¾¾¾¾¾¾® Lactat + NAD+

Gemessen wird die Geschwindigkeit der Abnahme von NADH bei 340 nm und bei 37°C.