Analysen­verzeichnis

Lactosetoleranztest

Stamminformationen

Analysenname
Lactosetoleranztest
Indikation
Fragestellung Laktoseintoleranz
Suchbegriffe
Lactoseintoleranz, Laktose, Lactose, Malabsorption

Präanalytik

Material
Fluorid, Monovette hellgrau, 2.7ml
Bemerkungen

Patientenvorbereitung

Patient nüchtern
Bei Lactasemangel tritt im Verlauf von ca. 4 Stunden nach Lactosebelastung die typische abdominelle Symptomatik ein. Es ist von Vorteil, wenn der Patient darauf vorbereitet ist.

Probeentnahme

Erste venöse Blutabnahme zur basalen Glucosebestimmung
50 g Lactose in 400 ml Wasser gelöst oral verabreichen
(Kinder: 2 g Lactose/kg KG bis 50 g)
30, 60, 90 min nach Lactosebelastung weitere venöse Blutentnahmen zur Glucosebestimmung

Mindestvolumen
1 ml
Haltbarkeit / Lagerung
3 d bei -15-20 °C
Bemerkung Nachbestellung
bis zu 3 d nach nach Blutentnahme
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Fluoride EDTA Monovette2.7 ml308183Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
IKCI: Plasma/Serum
Rubrik
Zusätzliche Analysen: handschriftlicher Eintrag

Analytik

Methode
UV-Test, Hexokinase-Methode [cobas 8000 c 502]
Analysenfrequenz
Mo-Fr
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.

Anstieg von Glucose von > 1.1 mmol/l ist normal, tiefere Werte deuten auf eine Lactoseintoleranz hin.

Das Fehlen von Abdominalbeschwerden (osmotische Diarrhoe) deutet auf keine Lactoseintoleranz hin.
Umrechnung / Faktor
[mmol/L] × 18.02 = [mg/dL]
[mg/dL] × 0.0555 = [mmol/L]

Zusatzinformationen

Analysenbeschreibung
Lactoseintoleranz manifestiert sich durch allgemeine abdominelle Beschwerden, wie Blähungen, Inappetenz, Diarrhöen und Bauchkrämpfe. Eine Abklärung mittels funktionalem Test, beinhaltet eine gewisse Belastung des Patienten.

Lactose aus der Nahrung wird normalerweise an der apikalen Membran der Enterozyten vom Enzym Lactase in Glucose und Galactose gespaltet, welche dann von den Enterozyten aufgenommen werden. Der Glucoseanstieg im Blut kann dann über 3 Stunden beobachtet werden. Wenn ein Mangel an Lactase besteht, verbleibt Lactose im Darm, wo es von Darmbakterien verstoffwechselt wird. Dabei entstehen Gase, welche als lästige Blähungen wahrgenommen werden und Schmerzen verursachen können. Die osmotische Wirkung des Disaccharides kann Diarrhöen auslösen.

Die Bestimmung des Stuhl-pHs wird heute nicht mehr empfohlen.
Weitere Möglichkeiten zur Abklärung einer Laktoseintoleranz sind Atemteste (Wasserstoff, siehe Blaubuch Medizin, Gastroenterologie Kapitel 6.1.7, oder auch mit C-13 Kohlendioxid)

Heute empfiehlt es sich mittels PCR die Mutation im Lactase-Gen nachzuweisen, um den Patienten die unangenehme und oft schmerzhafte abdominale Prozesse zu ersparen.
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