Analysen­verzeichnis

Natrium

Stamminformationen

Analysenname
Natrium
Indikation
Überprüfung der Elektrolyte, des Wasser- und Säure-Basen-Haushalts sowie der an der Natrium-Homöstase beteiligten Organe (Nieren, Nebennierenrinde), Neuromuskuläre Funktionsstörungen, Überwachung von Medikamenten welche auf die Natriumkonzentration einwirken (Diuretika)
Suchbegriffe
engl. sodium, chem. Zeichen Na

Präanalytik

Material
Plasma Lithium-Heparin, Monovette grün, 4.9ml
Bemerkungen

Probeentnahme

Vene maximal 2 Minuten stauen

Mindestvolumen
2 ml
Haltbarkeit / Lagerung
14 d bei RT, 14 d bei 2-8 °C, stabil bei -20 °C
Bemerkung Nachbestellung
7 d
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Li-Heparin Monovette mit Gel4.9 ml308176Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
Klinische Chemie / Autoimmunität;Laborauftrag Sursee / Wolhusen

Analytik

Methode
indirekte Potentiometrie mit ionenselektiver Elektrode (ISE) [Cobas 8000]
Analysenfrequenz
Mo - Fr
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.

Messungenauigkeit < 2%.


Signifikanter Anstieg für einen gegebenen Patienten (RCV) = 3%

Material
Alter
Referenzbereich
Li-Heparin-Plasma
Erwachsene
135 - 145 mmol/l
Kinder: Frühgeborene
< 28 Tage
1 - 12 Monate
ab 1 Jahr
128 - 147 mmol/l
132 - 147 mmol/l
129 - 143 mmol/l
132 - 145 mmol/l

Störfaktoren: veränderte Protein-/Lipidkonzentrationen können die Ergebnisse fälschen (erhöhter Proteinspiegel = Pseudohyponatriämie,erniedrigter Proteinspiegel = Pseudohypernatriämie)
Umrechnung / Faktor
[mmol/L] = [mEq/L]

Zusatzinformationen

AnalysenbeschreibungVerteilung des Natriums im Körper:
Natrium ist im extrazellulären Raum mit etwa 140 mmol/l das mengenmässig bedeutendste Kation; intrazellulär beträgt seine Konzentration weniger als 10 mmol/l. Umgekehrt ist Kalium intrazellulär mit
ca. 160 mmol/l vertreten, während seine Konzentration in der Extrazellulärflüssigkeit zwischen
4 und 5 mmol/l liegt. Für diesen lebenswichtigen Ionengradient sorgt u. a. die Na+/ K+-ATPase, ein in der Zellmembran verankertes Enzym , das gegen ein Konzentrationsgefälle Na+ aus der Zelle hinaus und K+ in die Zelle hineinpumpt und dafür Energie benötigt.

- Extrazellulärer Raum, ohne Knochen (ERZ) 50%

- Knochensubstanz 40%

- Transzellulärer Raum 8%

- Intrazellulärer Raum (IZR) 2%

Natrium- und Wasserhaushalt sind miteinander gekoppelt. Na+ und Cl- sind die mengenmässig wichtigsten osmotisch aktiven Substanzen des Extrazellulärraumes. In der Niere wird die Ausscheidung von Natrium und Wasser so reguliert, dass das Extrazellulärvolumen in etwa konstant bleibt und die Osmolalität des Plasmas zwischen 280 - 300 mosmol/kg beträgt.

Dabei spielen zwei ineinander greifende hormonelle Regelkreise eine Rolle:

  1. Änderungen des Natrium-Bestandes im Extrazellulärraum führen (mit Hilfe der Osmoregulation) zu gleichsinnigen Änderungen des Extrazellulärvolumens; über Volumen- und Druckrezeptoren in der Niere, im rechten Vorhof und im Aortenbogen wird das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System aktiviert. Aldosteron bewirkt die Rückresorption von Na+ im Nierentubulus; über die Ausscheidung oder Rückresorption von mehr oder weniger Na+ kann der Na+-Bestand und damit das Extrazellulärvolumen normalisiert werden. Beteiligt an der Regulation des Extrazellulärvolumens ist auch das BNP (brain natriuretic peptide), das durch die Volumenbelastung des Herzventrikels ausgeschieden wird und ebenfalls zu erhöhter Urinproduktion führt.
  2. Änderungen der Natriumkonzentration werden durch Osmorezeptoren im Hypothalamus wahrgenommen und mit einer Änderung der Ausschüttung von ADH aus der Hypophyse beantwortet. ADH fördert die Rückresorption von Wasser in der Niere. Renale Ausscheidung und Rückresorption von Wasser sowie der Durst halten Natriumkonzentration und Osmolalität im Normbereich.
Beide Regelkreise können unabhängig voneinander gestört sein.

Natrium wird glomerulär filtriert. Normalerweise werden > 99 % der filtrierten Menge im Tubulus wieder rückresorbiert.

Eine Änderung der Natriumausscheidung ergibt sich u. a.

  • wenn die Zufuhr von Natrium erhöht oder verringert wird
  • wenn die glomeruläre Filtration abnimmt oder wesentlich zunimmt
  • bei einer Schädigung der Nierentubuli
  • wenn das Extrazellulärvolumen ändert
  • wenn die Plasmaosmolalität ändert
  • bei Störungen des Säure-Basen-Haushalts
  • falls Regelkreise gestört sind (z. B. Erkrankungen der Nebenniere, Verletzungen der Hypophyse)
  • durch den Einfluss verschiedener Medikamente, z. B. Diuretika.
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