Analysen­verzeichnis

Natrium

Stamminformationen

Analysenname
Natrium
Indikation
Verdacht auf Hyponatriämie, Verdacht auf Hypernatriämie, Störungen der Wasserbilanz
Suchbegriffe
engl. sodium, Na, FE(Na), RIFLE, Fraction excreted

Präanalytik

Material
Spontanurin ohne Zusatz [Urinmonovette gelb] oder 24h-Urin ohne Zusatz
Bemerkungen

Material

Aus Urin mit Säurezusatz nicht möglich.

Probeentnahme

Spontanurin: -
24h-Urin: sammeln in Sammelbehälter, Menge notieren (auf Auftragsformular und Probenröhrchen)

Haltbarkeit / Lagerung
14 d bei + 4 - 8 °C
Bemerkung Nachbestellung
7 d
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Urin Monovette NFT nativ8.5 ml389210Allgemein
Urin Monovette NFT nativ10 ml389211Allgemein
Urinbecher NFT100 ml389208Allgemein
Urinsammelflasche NFT3000 ml389209Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
Urin / andere Materialien / Med. / Drogen;Laborauftrag Sursee / Wolhusen

Analytik

Methode
indirekte Potentiometrie mit ionenselektiver Elektrode (ISE) [Cobas 8000]
Analysenfrequenz
Mo - Fr
Referenzbereich
Die Ausscheidung von Natrium, Kalium und Chlorid im Urin ist von der Nahrungszufuhr abhängig und daher signifikanten Schwankungen unterworfen. Die Natriumkonzentration im Urin hängt zudem stark von der Ausscheidungsmenge ab, ist daher oft wenig aussagefähig und sollte deswegen - insbesondere bei Spontanurin - auf das Kreatinin bezogen werden.
Aussagekräftiger ist die Bestimmung von Natrium im Sammelurin bezogen auf 1 Tag.

Messungenauigkeit < 2%.

Material
Alter
Referenzbereich (24h)
Urin
Erwachsene
54 - 190 mmol/l
40 - 220 mmol/d
Umrechnung / Faktor
[mmol] = [mEq]

Zusatzinformationen

AnalysenbeschreibungVerteilung des Natriums im Körper:
Natrium ist im extrazellulären Raum mit etwa 140 mmol/l das mengenmässig bedeutendste Kation; intrazellulär beträgt seine Konzentration weniger als 10 mmol/l. Umgekehrt ist Kalium intrazellulär mit
ca. 160 mmol/l vertreten, während seine Konzentration in der Extrazellulärflüssigkeit zwischen
4 und 5 mmol/l liegt. Für diesen lebenswichtigen Ionengradient sorgt u. a. die Na+/ K+-ATPase, ein in der Zellmembran verankertes Enzym , das gegen ein Konzentrationsgefälle Na+ aus der Zelle hinaus und K+ in die Zelle hineinpumpt und dafür Energie benötigt.

- Extrazellulärer Raum, ohne Knochen (ERZ) 50%

- Knochensubstanz 40%

- Transzellulärer Raum 8%

- Intrazellulärer Raum (IZR) 2%

Natrium- und Wasserhaushalt sind miteinander gekoppelt. Na+ und Cl- sind die mengenmässig wichtigsten osmotisch aktiven Substanzen des Extrazellulärraumes. In der Niere wird die Ausscheidung von Natrium und Wasser so reguliert, dass das Extrazellulärvolumen in etwa konstant bleibt und die Osmolalität des Plasmas zwischen 280 - 300 mosmol/kg beträgt.

Dabei spielen zwei ineinander greifende hormonelle Regelkreise eine Rolle:

  1. Änderungen des Natrium-Bestandes im Extrazellulärraum führen (mit Hilfe der Osmoregulation) zu gleichsinnigen Änderungen des Extrazellulärvolumens; über Volumen- und Druckrezeptoren in der Niere, im rechten Vorhof und im Aortenbogen wird das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System aktiviert. Aldosteron bewirkt die Rückresorption von Na+ im Nierentubulus; über die Ausscheidung oder Rückresorption von mehr oder weniger Na+ kann der Na+-Bestand und damit das Extrazellulärvolumen normalisiert werden. Beteiligt an der Regulation des Extrazellulärvolumens ist auch das BNP (brain natriuretic peptide), das durch die Volumenbelastung des Herzventrikels ausgeschieden wird und ebenfalls zu erhöhter Urinproduktion führt.
  2. Änderungen der Natriumkonzentration werden durch Osmorezeptoren im Hypothalamus wahrgenommen und mit einer Änderung der Ausschüttung von ADH aus der Hypophyse beantwortet. ADH fördert die Rückresorption von Wasser in der Niere. Renale Ausscheidung und Rückresorption von Wasser sowie der Durst halten Natriumkonzentration und Osmolalität im Normbereich.
Beide Regelkreise können unabhängig voneinander gestört sein.

Natrium wird glomerulär filtriert. Normalerweise werden > 99 % der filtrierten Menge im Tubulus wieder rückresorbiert.

Eine Änderung der Natriumausscheidung ergibt sich u. a.

  • wenn die Zufuhr von Natrium erhöht oder verringert wird
  • wenn die glomeruläre Filtration abnimmt oder wesentlich zunimmt
  • bei einer Schädigung der Nierentubuli
  • wenn das Extrazellulärvolumen ändert
  • wenn die Plasmaosmolalität ändert
  • bei Störungen des Säure-Basen-Haushalts
  • falls Regelkreise gestört sind (z. B. Erkrankungen der Nebenniere, Verletzungen der Hypophyse)
  • durch den Einfluss verschiedener Medikamente, z. B. Diuretika.

Bei einer Niereninsuffizienz ist es fot wichtig, die fraktionale Natriumausscheidung zu bestimmen (FE(Na). Die Bedeutung der fraktionale Exkretion liegt in der DIfferenzierung zwischen prärenaler, intrarenaler und postrenaler Niereninsuffizienz.

prärenales ANV

U-Osm > 500 mOsm/kg
U-Osm/S-Osm > 1.5
U-Na < 20 mmol/L

FE(Na) < 1%
FE(Urea) ≤ 35 %

Proteinurie (z.B. Leichtketten, Myoglobin, Hämoglobin)

renales ANV

U-Osm > 350 mOsm/kg
U-Osm/S-Osm ca 1.0
U-Na > 20 mmol/L

FE(Na) > 1%
FE(Urea) > 35 %

Proteinurie

postrenales ANV

U-Osm > 350 mOsm/kg
U-Osm/S-Osm ca 1.0
U-Na > 30 mmol/L

FE(Na) > 2%
FE(Urea) > 35 %

Proteinurie


Die FE(Na) berechnet man wie folgt
FENa= 100*(U-Na x P-Creat)/(P-Na * U-Creat)

Für Harnstoff wird gleich vorgegangen: Die fraktionelle Harnstoff-Ausscheidung beträgt:
FEUrea= 100*(UHarnstoff*P-Creat)/(P-Harnstoff*U-Creat)

Beim akuten Nierenversagen steigt P-Creatinin und nimmt das Urinvolumen stetig ab. Die Krankheit wird in Stadien eingeteilt. Die Kriterien für die Stadien sind als RIFLE oder AKIN-Kriterien bekannt. RIFLE ist ein Akronym, es steht für Risk, Injury, Failure, Loss, ESRD (Endstage renal disease). In der folgenden Tabelle sind die Kriterien aufgeführt:



Die AKIN-Stadien haben keine Einteilung für Loss und ESRD, weil diese als Folge einer Niereninsuffizienz betrachtet werden.
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