Analysen­verzeichnis

Quecksilber

Stamminformationen

Analysenname
Quecksilber
Indikation
Nur sinnvoll bei berufsbedingter Quecksilber-Exposition.

Präanalytik

Material
Vollblut [LH-Monovette];Spontanurin oder 2. Morgenurin ohne Zusatz
Bemerkungen

Probeentnahme

Spezielle Monovette anfordern (Tel. 041 205 60 29), Monovette ausschliesslich in Verbindung mit beiliegender Kanüle verwenden

Probenbehandlung

Vollblut verschicken, nicht einfrieren

Mindestvolumen
1 LH-Monovette / 1 Urinmonovette
Haltbarkeit / Lagerung
7 d bei 4-8°C
Bemerkung Nachbestellung
7 d, falls Material vorhanden
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Urin Monovette NFT nativ8.5 ml389210Allgemein
Urin Monovette NFT nativ10 ml389211Allgemein
Urinbecher NFT100 ml389208Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Labor
Auftragsformular
Urin / andere Materialien / Med. / Drogen
Rubrik
Handschriftlicher Eintrag Auftragsformular extern: Plasma/Serum 1 für Vollblut, Urinformular für Urin

Analytik

Methode
Atomabsorbtionsspektrometrie
Analysenfrequenz
2 - 3 x pro Woche
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.

Beurteilung
Referenzwert
ohne berufliche Exposition
0 - 5 nmol/l
im Falle einer berufllichen Exposition (SUVA)
< 75 nmol/l

Zusatzinformationen

Analysenbeschreibung
Quecksilber (Hg) ist ein Schwermetall, dass bei Raumtemperatur in flüssiger Form vorliegt. Es ist Teil der nicht essentiellen toxisch wirkenden Spurenelemente und besitzt eine relative Atommasse von 200,59.
Verwendet wird Hg unter anderem auch in der Zahnmedizin (Amalgamfüllungen), in Desinfektions- und Konservierungsmitteln, Thermometern, Batterien und Leuchtstoffröhren. Die Einnahme erfolgt aber hauptsächlich über quecksilberbelastete Fische (Methylquecksilber). Amalganträger haben in der Atemluft auch stets eine nicht zu vernachlässigende Menge an Hg.

Der menschliche Organismus kann Hg in verschiedenen Formen aufnehmen. Dazu gehören das elementare, organisch und anorganisch gebundene Hg. Während das organische Hg im Blut vorwiegend an Erythrozyten gebunden ist, ist das anorganische Hg gleichmässig auf Erythrozyten und Plasma verteilt.
80% des inhalierten Hg wird in der Lunge resorbiert und zu Hg 2+ Ionen oxidiert. Nach der oralen Aufnahme werden metallisches Hg gar nicht, anorgansiches Hg zu 15% und organisches zu 90% im Intestinum resorbiert.
Ausgeschieden wird das organische Hg zu über 90% über den Stuhl und das anorgansiche Hg mehrheitlich über den Urin.

Quecksilber bindet an Metallothionein, Glutathion, Hämoglobin und verschiedene Enzyme. Dadurch wird deren Funktion beeinträchtigt und stört die Proteinsynthese. Akute Vergiftungen führen zu Schäden in den Atmewegen, dem Gastroenteron und der Nieren. Chronische Vergiftungen (meist durch Methylquecksilber ausgelöst) beeinflussen die Nieren (Proteinurie, tubuläre Schäden), das ZNS (Parästhesie, Sprachstörungen, Tremor, Hypererregbarkeit, Reizbarkeit), sowie die Mundschleimhaut und das Zahnfleisch. Es kann auch zu allergischen Reaktionen kommen.