Analysen­verzeichnis

Valproat

Stamminformationen

Analysenname
Valproat
Indikation
Therapeutisches Drug Monitoring
Suchbegriffe
Anti-Epileptika, Valproinsäure, Propylvaleriansäure Convulex, Depakine, Orfiril

Präanalytik

Material
Serum, Monovette braun, 7.5ml
Bemerkungen

Probeentnahme

übliche Zeit der Probenahme: Minimum/Tal (vor der nächsten Dosis)

Haltbarkeit / Lagerung
verschlossen: 2 d bei 20-25°C, 7 d bei 4-8°C, 3 Monate bei -20°C
Bemerkung Nachbestellung
7 d (Nur möglich in abgetrenntem Serum!))
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Serum CAT mit Gel7.5 ml308254Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
Urin / andere Materialien / Med. / Drogen
Rubrik
Rückseite Zusätzliche Analysen Handeintrag Formular externe Einsender: Plasma/Serum 2

Analytik

Methode
Enzymimmunoassay [Cobas pro c503]
Analysenfrequenz
Mo - Fr
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.

Messungenauigkeit < 5%.

Material
üblicher therapeutischer Bereich
Serum
346.5 - 693 µmol/l

Störfaktoren: in seltenen Fällen kann eine Gammopathie, insbesondere vom Typ IgM (Waldenström-Makroglobulinämie), zu unzuverlässigen Ergebnissen führen
Umrechnung / Faktor
[µg/mL] = [mg/L]
[mg/L] × 6.93 = [µmol/L]
[µmol/L] × 0.144 = [mg/L]

Zusatzinformationen

AnalysenbeschreibungChemische Struktur:  
Valproat oder Valproinsäure ist ein Antiepileptikum erster Wahl mit einem breiten Spektrum. Es senkt die Erregbarkeit von Nervenzellen durch Blockierung von Na+-Kanälen und durch Hemmung des Ca2+-Einstroms in die Zelle. Ausserdem verstärkt es die Wirkung des Neurotransmitters GABA, in dem es dessen Abbau zu Succinatsemialdehyd durch die GABA-Transaminase hemmt. Zudem wird die GABA Synthese zusätzlich stimuliert. Die erhöhte Konzentration an GABA führt zu einem Verstärkten Einstrom an Chloridionen in die Zellen, was deren Erregbarkeit mindert.


Valproat ist lipophil, es wird zu über 95 % in der Leber metabolisiert, weniger als 5 % werden unverändert durch die Niere ausgeschieden. Es gibt aktive Metaboliten, einige davor zeigen ausgeprägte antiepileptische Aktivität, andere können für Nebenwirkungen verantwortlich sein.
Im Plasma ist es zu über 90 % an Proteine, hauptsächlich Albumin, gebunden. Die Eliminations-Halbwertszeit beim (nicht leberkranken Patienten) beträgt zwischen 15 und 30 Stunden. Es braucht etwa 3 - 6 Tage bis der Steady-State der Konzentration im Plasma erreicht wird.

Nebenwirkungen sind verhältnismässig mild: Magen-Darm-Beschwerden oder Tremor. Selten wird eine schwere Leberschädigung beobachtet, daher sollte Valproat nicht bei Patienten mit vorbestehender Leberschädigung angewendet werden.