Analysen­verzeichnis

Vitamin B12

Stamminformationen

Analysenname
Vitamin B12
Indikation
makrozytäre Anämie, neuropsychiatrische Symptome, atrophische Gastritis, Autoimmungastritis, Erkrankungen des terminalen Ileums, betagte Patienten, chronischer Alkoholismus, streng vegetarische Ernährung
Suchbegriffe
Cobalamin, Cyanocobalamin

Präanalytik

Material
Serum [Monovette braun]
Bemerkungen

Patientenvorbereitung

Patient unbedingt nüchtern

Probeentnahme

Probe vor Licht schützen!

Mindestvolumen
2 ml
Haltbarkeit / Lagerung
48 h bei + 4 - 8 °C
Bemerkung Nachbestellung
48 h (nur 1 x aufgetaut möglich)
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Serum CAT mit Gel7.5 ml308254Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
Klinische Chemie / Autoimmunität
Rubrik
Eisen Haushalt/ Vitamine

Analytik

Methode
Elektrochemilumineszenz-Immunoassay (ECLIA) [Cobas pro]
Analysenfrequenz
Mo - Fr
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.

Signifikanter Anstieg für einen gegebenen Patienten (RCV) = 45%



Messunsicherheit < 6%.

Material
Alter
Referenzbereich
Serum
Erwachsene
20-78 Jahren
nicht Schwangere Patientinnen
145 - 569 pmol/l
Umrechnung / Faktor
[pmol/l] × 1.355 = [pg/ml]
[pg/ml] × 0.738 = [pmol/l]

Zusatzinformationen

AnalysenbeschreibungBiochemie

Vitamin B12 kommt als Cyanocobalamin im Fleisch vor, besonders reichlich in Leber. Der Tagesbedarf beträgt etwa 1 µg.

Vitamin B12 wird im Magen freigesetzt und im Duodenum an den Intrinsic factor, ein Glycoprotein aus den Magenparietalzellen, gebunden. Nur der Komplex aus Vitamin B12 und Intrinsic-Faktor kann im Ileum an einen spezifischen Rezeptor (Cubilin) gebunden und in dieser Form resorbiert werden. Im Blut bindet Vitamin B12 an das Transportprotein Transcobalamin.

Vitamin B12 kommt im Plasma v.a. proteingebunden vor: 70 - 90% des Vitamins B12 liegt gebunden an Transcobalamin I und III vor ("Haptocorrin"). Dieser Komplex kann von Hepatozyten aufgenommen werden und dient der Speicherung des Vitamins B12 in der Leber. 10 - 30% des Vitamins B12 ist an Transcobalamin II gebunden: für diesen Komplex haben die Gewebezellen Rezeptoren, so dass die Versorgung des Körpers v.a. über diesen Komplex geschieht. Dieser TranscobalaminII-Vitamin B12-Komplex wird auch als Holotranscobalamin bezeichnet. Das Holotranscobalamin stellt also die "aktive" Fraktion des Vitamin B12 dar. Bei niereninsuffizienten Patienten kann das Holotranscobalammin erhöht sein, sodass ein normales Holotranscobalamin bei renaler Insuffizienz einen Vitamin B12-Mangel nicht ausschliesst.

Gespeichert wird Vitamin B12 in der Leber. Diese enthält normalerweise ein "Depot" von einigen mg Vitamin B12, ausreichend für mehrere Jahre.

Vitamin B12 enthält Cobalt.


(Cyanocobalamin)


Die metabolisch aktiven Derivate des Vitamins B12 sind Deoxyadenosylcobalamin und Methylcobalamin. In diesen beiden Formen ist Vitamin B12 als Coenzym an verschiedenen Reaktionen beteiligt
  1. Als Methylcobalamin an der Methylierung von Homocystein zu Methionin mit Hilfe der Methionin-Synthetase, daher kann eine Hyperhomocysteinämie, welche das Atheroskleroserisiko erhöht, mit Vitamin B12-Gaben behandelt werden (Einzelheiten siehe Homocystein [Plasma]).
    Bei dieser Reaktion wird gleichzeitig 5-Methyltetrahydrofolat in Tetrahydrofolat umgewandelt, so dass Vitamin B12 auch in den Stoffwechsel des Folats involviert ist.
  2. Als Deoxyadenosylcobalamin an der Umlagerung von Methylmalonyl-CoA in Succinyl-CoA; diese wird durch die Methylmalonyl-CoA-Mutase katalysiert.
    Diese Reaktion dient dem Abbau der Aminosäuren Valin, Isoleucin und Methionin sowie der ungeradzahligen Fettsäuren.
  3. Als Deoxyadenosylcobalamin an der Reduktion von Ribonucleotiden zu Desoxyribonucleotiden durch die Ribonucleotid-Reduktase.
    Bei einem Vitamin B12-Mangel werden nicht genug Desoxyribonucleotide gebildet; damit ist die DNS-Synthese gestört.