Analysen­verzeichnis

Vitamin D, 25-OH / Vit. D3

Stamminformationen

Analysenname
Vitamin D, 25-OH / Vit. D3
Indikation
Verdacht auf Vitamin-D-Mangel (röntgenologisch bei Pseudofrakturen), Verdacht auf iatrogene Überdosierung, Hypocalcämie, Hypophosphatämie, Hypocalcurie, erhöhte alkalische Phosphatase, Abklärung Hypercalcämie, Rheumatologie, Diabetologie, prognostischer Marker

Kosten werden von der Krankenkasse
Nur bei Patienten und Patientinnen:
· mit einer der folgenden Erkrankungen oder Verdacht auf eine der folgenden Erkrankungen: - Osteomalazie, Rachitis
- Osteopenie
- Osteoporose
- nicht traumatische Fraktur
- nach unklarem Sturzereignis bei Patienten ≥ 65 Jahre
- bei anamnestisch erhöhtem Frakturrisiko bei Patienten ≥ 65 Jahre

· mit einer der folgenden Erkrankungen oder Verdacht auf eine der folgenden Erkrankungen, die den Vitamin D Stoffwechsel oder dessen Absorption beeinflussen:
- Nierenerkrankungen, inkl. Urolithiasis
- Störungen des Parathormons, der Kalzämie und/oder der Phosphatämie
- Gastrointestinale Erkrankungen
- Malabsorptionssyndrome
- Lebererkrankungen

· die Medikamente einnehmen, die den Vitamin D Stoffwechsel oder dessen Absorption beeinflussen

· Verlaufskontrolle des Vitamin D Spiegels im Rahmen einer der oben genannten Fälle indiziert ist, darf die Analyse maximal einmal pro 3 Monate verrechnet werden
Suchbegriffe
25-Hydroxy-Vitamin D, Calcidiol, 25-OH-Cholecalciferol, 25(OH)D

Präanalytik

Material
Li-Heparin-Plasma [Monovette orange];Serum [Monovette braun]
Bemerkungen

Material

Die Probe braucht nicht lichtgeschützt verpackt zu werden, sofern die Probe keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt wird und der Transportweg nur kurz ist.

Mindestvolumen
2 ml
Haltbarkeit / Lagerung
8h bei 20‑25°C, 4 d bei 2-8°C, 24 Wochen bei -20°C (nur einmal einfrieren)

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
Klinische Chemie / Autoimmunität
Rubrik
Knochenstoffwechsel/ Vitamine

Analytik

Methode
Elektrochemilumineszenz-Bindungstest (Fa. Roche)
Analysenfrequenz
täglich
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die
Angaben auf den Resultatformularen.

Messunsicherheit: < 6 %

Material
Alter
Referenzbereich
Serum
Erwachsene
> 30 ng/ml


Störfakatoren:

Hohe Proteinkonzentrationen können zu Interferenzen führen.

Es wurde kein Einfluss auf die Ergebnisse durch Interferenzen bis zu folgenden Konzentrationen festgestellt.


Substanz
getestete Konzentration
Serumalbumin
≤ 70 g/L
IgG
≤ 70 g/L
IgA
≤ 13 g/L
IgM
≤ 10 g/L


Proben, welche die angegebenen Proteinkonzentrationen überschreiten, sind für die Verwendung mit diesem Vitamin D Assay nicht geeignet.



Umrechnung / Faktor
Die Werte können wie folgt umgerechnet werden:
1 ng/ml = 2.5 mmol/l
1 mmol/l = 0.4 ng /ml

Zusatzinformationen

Analysenbeschreibung
Vitamin D ist ein Steroidhormon, das eine wichtige Rolle spielt beim Calcium- und Phosphathaushalt. Durch die Wirkung des UV-Lichtes bildet sich in der Haut aus 7-Dehydrocholesterin (Provitamin D3), die für Menschen natürliche Form des Vitamin D3, das Cholecalciferol. Pflanzliches Vitamin D2 (Ergocalciferol) unterscheidet sich vom Vitamin D3 nur durch eine Doppelbindung in der Seitenkette sowie durch eine Methylgruppe. Es entsteht ebenfalls durch UV-Bestrahlung aus dem pflanzlichen Sterin Ergosterin. Die Vitamine D3 und D2 sind biologisch inaktiv; biologisch wirksam werden sie erst nach Hydroxylierungen in Leber und Nieren.

In der Leber wird Vitamin D3 durch die Cholecalciferol-Hydroxylase zu 25-Hydroxy-Cholecalciferol hydrolysiert ( 25-Hydroxy Vitamin D3). 25-Hydroxycholecalciferol wird anschließend in den Nieren durch die mitochondriale Oxygenase 25-Hydroxycholecalciferol-1α-Hydroxylase hydrolysiert. Es entsteht das aktive Hormon 1,25-Dihydroxycholecalciferol (Calcitriol, Vitamin D3-Hormon).

Ein Vitamin-D Mangel führt zu einer gestörten Calcium- und Phosphatresorption im Darm und zu einer vermehrten Ausscheidung durch die Nieren. Während des Wachstums führt ein chronischer Mangel zu Rachitis ("Englische Krankheit"), beim ausgewachsenen Organismus zu Osteomalazie. Muttermilch und Kuhmilch enthalten nicht genug Vitamin D3, so dass Säuglinge mit ViDe-Tröpfchen substituiert werden müssen. Während den 3 Wintermonaten ist die UV-Bestrahlung der Haut in Mitteleuropa ungenügend, um eine gute Versorgung mit Vitamin D zu gewährleisten, so dass eigentlich auch Erwachsene in dieser Zeit substituiert werden sollten.
Bei Leber- oder Nierenerkrankungen kann die Versorgung ebenfalls gestört sein, da die Umwandlung in 25-OH-Vitamin D (in der Leber) und anschliessend in das aktive 1,25-OH Vitamin D (in den Nieren) vermindert sein kann.

Die Aktivität der 25- Hydroxycholecalciferol-1α-Hydroxylase, welche 25-OH Vitamin D in 1,25-OH Vitamin D umwandelt, wird von Parathormon gesteuert. Ein hoher PTH-Spiegel, niedrige Ca2+- und Phosphatspiegel stimulieren das Enzym, ebenso wie Östrogene, Prolaktin und STH, während Cortisol und hohes Calcitriol das Enzym hemmen.
Cholecalciferol und seine Derivate werden im Blut durch ein spezifisches Vitamin D bindendes Protein (DBP) transportiert. Dieses Protein ist bei Proteinmangelversorgung (Anorexie, Alter) vermindert.

Neuere Studien belegen einen wichtigen Einfluss des Vitamin D auf die Entstehung und Verlauf bei Diabetes und Rheumaerkrankungen.