löslicher Transferrinrezeptor
Stamminformationen
| Analysenname | löslicher Transferrinrezeptor |
| Indikation | Störungen des Eisenhaushaltes (insbesondere die Differenzialdiagnose zwischen Eisenmangelanämie und Anämien bei chronischen Erkrankungen), Überwachung einer Erythropoietin Therapie |
| Suchbegriffe | sTfR, soluble transferrin receptor |
Präanalytik
| Material | Plasma Lithium-Heparin, Monovette grün, 4.9ml | ||||||||||
| Mindestvolumen | 2 ml | ||||||||||
| Haltbarkeit / Lagerung | 1 Woche bei + 4 - 8 °C, 4 Wochen bei -15-20 °C | ||||||||||
| Bemerkung Nachbestellung | 7 d | ||||||||||
| Medium |
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Ausführung
| Institut / Labor | |
| Auftragsformular | Klinische Chemie / Autoimmunität;Laborauftrag Sursee / Wolhusen |
| Rubrik | Eisen/ Anämie |
Analytik
| Methode | Immunturbidimetrischer Assay mit Reaktionsverstärkung durch Latexpartikel [Cobas 8000] | ||||||
| Analysenfrequenz | Mo - Fr | ||||||
| Referenzbereich | Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.
Messungenauigkeit < 3%.
Störfaktoren: Unplausible sTFR-Werte können bei einer Rheumafaktor-Interferenz vorkommen. Ergebnisse, die mit unterschiedlichen Assays erzielt werden, sind nicht vergleichbar, da noch keine internationale Standards existieren. Für Kinder und Jugendliche existieren keine Referenzwerte. Die höchsten Konzentrationen werden jedoch in den ersten zwei Lebensjahren gemessen. Vom 3.-16. lebensjahr sind die Referenzbereiche um ein Drittel niedriger und ab dem 17. Lebensjahr etwa halb so hoch wie in den ersten zwei Lebensjahren. (Lexikon der Laboratoriumsdiagnostik 2019) | ||||||
| Umrechnung / Faktor | [mg/L] × 0.1 = [mg/dL] [mg/dL] × 10 = [mg/L] |
Zusatzinformationen
| Analysenbeschreibung | Biochemie Der Transferrinrezeptor ist ein Membranglykoprotein, das eisenbeladene Transferrinmoleküle bindet, damit sie inkorporiert werden können. Die Eisenaufnahme durch die Körperzelle wird durch die Expression des Transferrinrezeptors gesteuert. Wenn die intrazellulären Eisendepots aufgebraucht sind (Ferritinkonzentration < 12 µg/L), wird mehr Transferrinrezeptor exprimiert und in die Zellmembran eingebaut. Somit kann mehr Transferrin gebunden, und mehr Eisen aufgenommen werden. Das Transferrin bindet mit unterschiedlicher Affinität an den Transferrinrezeptor, je nachdem, wie stark es mit Eisen beladen ist. Ferritin wird mit dem Transferrinrezeptor in die Zelle aufgenommen (Pinozytose). Danach gibt Ferritin Eisen an die Zelle ab, der aufgenommene Transferrinrezeptor wird teilweise proteolytisch degradiert. Einen Teil des Rezeptors wird nach Aussen ans Interstitium abgegeben und gelangt ins Plasma und kann dort als löslicher Transferrinrezeptor (sTfR; s = soluble) gemessen werden. Die Konzentration des löslichen Transferrinrezeptors im Plasma steht in direkter Korrelation zur Transferrinrezeptorkonzentration auf den Zellmembranen. Ein Teil des löslichen Transferrinrezeptors im Plasma liegt mit Transferrin gebunden vor. Da 80 - 95 % der Transferrinrezeptormoleküle sich aber an der Oberfläche von blutbildenden Zellen des Knochenmarkes befinden, spiegelt die Konzentration des löslichen Transferrinrezeptors den Eisenbedarf dieser Zellen. Klinik Die klinische Beurteilung des Eisenstatus ist vor allem bei chronischen Erkrankungen schwierig. Eine Verbesserung der diagnostischen Möglichkeiten bietet sich durch die Bestimmung des löslichen Transferrinrezeptors im Plasma, da dieser Parameter unabhängig von Entzündungsreaktionen, Funktionsstörungen der Leber oder dem Vorliegen von Malignomen einen Eisenmangel anzeigen kann. Damit wird es möglich zwischen einer Anämie bei chronischen Erkrankungen und einer Anämie durch Eisenmangel zu differenzieren. Der lösliche Transferrinrezeptor ist ein guter und früh ansprechender Parameter für einen Eisenmangel, da die Konzentration ansteigt noch bevor es zu einem signifikanten Abfall der Hämoglobinkonzentration kommt. Die Konzentration des löslichen Transferrinrezeptors beschreibt den funktionellen Eisenstatus, während Ferritin Hinweise auf die Eisenspeicher ermöglicht. Der "Thomas-Plot" korreliert den sTfR/Log Ferritin-Wert und den Hb-Gehalt der Retikulozyten mit einander und ermöglicht die Differenzierung zwische Funktioneller Anämie durch mangelnder Erythropoese und Anämie durch Eisenmangel.(2,3) |
| Literatur | Kuiper-Kramer EPA et al: Analytical and clinical implications of soluble transferrin receptors in serum. Eur J Clin Chem Biochem 1996; 34: 645-649
Thomas C, Thomas L Biochemical markers and hematologic indices in the diagnosis of functional iron deficiency. Clin Chem 2002; 48:1066-76
Thomas C, Thomas L Anemia of chronic disease: Pathophysiology and laboratory diagnosis Lab Hematology 2005; 11: 14-23 |
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