Analysen­verzeichnis

5-FU (5-Fluorouracil)

Stamminformationen

Analysenname
5-FU (5-Fluorouracil)

Präanalytik

Material
Spezieller Entnahmekit mit Li-Hep-Monovette und Stabilisator
Bemerkungen

Material

Probe muss zwingend sofort (innerhalb 5-10 Min.) nach Entnahme mit Stabilisator versetzt werden! Kit mit Stabilisator und Anleitung im KCI erhältlich. Bitte mindestens 48h vor der geplanten Blutentnahme Stabilisator-Kit bestellen, sie sind nicht in grosser Anzahl vorrätig.(Tel. 6029 oder 5252 LUKS intern)
Abteilungen, die öfter 5-FU-Spiegel bestimmen müssen z.B. Onkologie, bitten wir, diese Stabilisator-Kits selber direkt in Bern zu bestellen. Tel. 031 632 29 79

Patientenvorbereitung

Die Einnahme von Theophyllin-haltigen Medikamenten oder von grösseren Mengen Theobromin (z.B. in Kaffee, Tee, Schokolade) kann zu falsch hohen 5-FU Werten führen.

Probeentnahme

Vor der Blutentnahme bitte im unten stehenden Web-Link das Auftragsformular 5-Fluoruracil (5-FU) AUC Messung Deutsch öffnen, ausfüllen, ausdrucken und vor der Entnahme die Angaben zur korrekten Blutentnahme genau durchlesen. Das Blutentnahmeröhrchen sofort nach Entnahme mit dem Stabilisator inijzieren und 10 mal langsam schwenken, Die Probe nach Zugabe des Stabilisators zur weiteren Verarbeitung ins Labor bringen.
Wichtig: Um eine repräsentative 5-FU Konzentration im Steady-State zu erhalten sollte die Blutentnahme etwa in der Hälfte der totalen Infusionszeit abgenommen werden (i.e. bei einer 46h Infusion nach 24h). Die Blutentnahme sollte nicht zu nah am Infusionsende abgenommen werden da die 5-FU Pumpen oft schon 4-6h vor geplantem Ende leer sind. 

Probenbehandlung

Wichtig!!! Mit Stabilisator versetzte Vollblut-Probe nicht auf Eis oder im Kühlschrank aufbewahren! Probe innerhalb von max. 24 Stunden zentrifugieren und vorsichtig das Plasma unter Vermeidung der Zellschicht in ein Sekundärrörchen übertragen. Das Plasma muss frei von Zellen sein! Bitte auf Sekundärröhrchen vermerken, dass Probe Stabilisator enthält.

Mindestvolumen
4.7 ml
Haltbarkeit / Lagerung
Vollblut mit Stabilisator max. 24h bei Raumtemperatur, nicht kühlen! Plasma 5 Tage bei 4° C, über das Wochenende -20°C
Bemerkung Nachbestellung
nicht möglich

Ausführung

Institut / Labor
Labor
Auftragsformular
Chemie Urin / Andere [gelb]
Rubrik
Rückseite Medikamente, zusätzliche Analysen Handeintrag.

Analytik

Methode
My5-FU Nanopartikel Immunoassay (Cobas 8000 Roche)
Referenzbereich
siehe Auftragsformular Rückseite

Zusatzinformationen

Analysenbeschreibung
5-FU (u. a. Adrucil) ist ein Chemotherapeutikum, welches zur Behandlung solider Karzinome eingesetzt wird, insbesondere bei Kolorektal-, Magen-, Brust- und Pankreaskrebs. Seit der Entwicklung im Jahr 1957 ist es der Grundpfeiler der Behandlung von kolorektalen Karzinomen. Die Stoffwechselwege von 5-FU wurden umfassend untersucht, und mehrere Studien haben eine hohe inter-individuelle Variabilität des 5-FU-Metabolismus gezeigt.
5-FU wird häufig als Infusion oder oral verabreicht. Im Plasma weist es eine Halbwertszeit von ca. 10-15 Minuten auf und erreicht bei kontinuierlicher Infusion innerhalb von einer Stunde stationäre Konzentrationen. Bei konventioneller 5-FU-Therapie werden starke Nebenwirkungen beobachtet, darunter gastrointestinale, neurologische, hämatologische und Schleimhaut-Toxizität. Studien zeigen, dass über 30 % der behandelten Patienten eine dosislimitierende Toxizität aufweisen.
Neuere Studien berichten ausserdem von schweren Toxizitäten (Grad 3/4) und dem Tod von Patienten im Anschluss an eine Behandlung mit 5-FU. Laut Studienergebnissen weisen nur 40 bis 50 % der Patienten mit schwerer Toxizität einen teilweisen oder schweren DPD- (Dihydropyrimidin-Dehydrogenase)-Enzymmangel auf, was zeigt, dass ausser einem genetischen DPD-Defekt andere Faktoren den 5-FU-Spiegel beeinträchtigen können.

Klinische Daten zeigen, dass die Blutkonzentrationen von 5-FU um über das Zehnfache variieren können selbst wenn die gleiche Dosis nach Körperoberfläche (KOF) verabreicht wird. Ebenso konnten klinische Studien zeigen, dass eine pharmakokinetisch (PK) gesteuerte Dosisanpassung der 5-FU-Konzentration im Blut zu reduzierter Toxizität, verbessertem allgemeinem Ansprechen und einem Anstieg der Überlebensrate führen kann.
In Kombination mit anderen klinischen Informationen bietet die Überwachung der 5-FU-Spiegel Ärzten eine effektive Möglichkeit zur Anpassung der Dosierung, um eine optimale therapeutische Wirkung zu erzielen und sub-therapeutische oder toxische Arzneimittelspiegel zu vermeiden. Mit reduzierter Toxizität kann die Behandlung der Patienten länger aufrecht erhalten werden.
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