Analysen­verzeichnis

AFP (Alpha-Fetoprotein)

Stamminformationen

Analysenname
AFP (Alpha-Fetoprotein)
Indikation
Verlaufskontrolle bei Keimzell- und Leberkarzinome, zusammen mit HCG: Verlaufskontrolle bei Hodenkarzinomen, nicht geeignet als Screening-Test, Screening auf fetale Missbildungen insbesondere Neuralrohrdefekte (15. - 20. SSW)
Suchbegriffe
alpha-Fetoprotein, alpha-1-Fetoprotein

Präanalytik

Material
Serum [Monovette braun]
Mindestvolumen
2 ml Blut / 0,5 ml Liquor
Haltbarkeit / Lagerung
5d bei 20-25 °C, 14d bei 2-8°C, bei -20°C für 6 Monate (3-maliges Einfrieren ist möglich)
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Serum CAT mit Gel7.5 ml308254Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
Klinische Chemie / Autoimmunität
Rubrik
Tumormarker

Analytik

Methode
Elektrochemilumineszenz-Immunoassay (ECLIA), Sandwichprinzip [Cobas 8000 e 801] Standard: 1. IRP 72/225 (WHO)
Analysenfrequenz
täglich
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.

Erwachsene und Kinder:

Material
Alter
Referenzbereich
Serum
Männer,
nicht schwangere Frauen
Kinder ab 1 Jahr
< 7 µg/l
Quelle:
Erwachsene:Roche Beipackzettel: Elecsys AFP: 20121-12 V1.0 .
Kinderwerte :Lothar Thomas

Schwangere:
Das α1-Fetoprotein wird im mütterlichen Blut sinnvollerweise zwischen der 15. und 19./20. SSW. bestimmt.


Liquor/ Fruchtwasser: Serum-Referenzwerte nicht übertragbar, Bestimmung im nicht akkreditierten Bereich

Störfaktoren: Antikörpern gegen Analyt-spezifische Antikörper, Streptavidin sowie Ruthenium
Umrechnung / Faktor
[µg/L] = [ng/mL]
[µg/L] × 0.83 = [IU/mL]
[IU/mL] × 1.21 = [µg/L]

Zusatzinformationen

Analysenbeschreibung
Alpha-Fetoprotein (AFP) ist ein Protein, das im Feten gebildet wird, aber auch gewisse Tumore produzieren es. Somit hat das AFP zwei prinzipiell unterschiedliche Indikationen: in der Schwangerschaft ist es ein Indikator eines Neuralrohrdefektes (Anencephalie, Spina bifida) oder des Down Syndroms (Trisomie 21). Es kann im mütterlichen oder im kindlichen Serum, oder im Fruchtwasser bestimmt werden. AFP findet aber auch als Tumormarker Verwendung.

AFP wird vorwiegend in der fetalen Leber und im fetalen Gastrointestinaltrakt gebildet, die höchsten Konzentrationen findet man etwa zwischen der 13. und 15. Schwangerschaftswoche. Vom Feten gelangt AFP auch in den Blutkreislauf der Mutter und ins Fruchtwasser. AFP hat im Feten offenbar ähnliche Funktionen wie das Albumin und wird im Laufe der Entwicklung sukzessive durch dieses ersetzt. Im CZL werden Proben mit der Indikation des Screenings in der Schwangerschaft nicht verarbeitet.

AFP als Tumormarker:
Nach der Geburt werden grössere Mengen AFP nur noch in manchen Keimzelltumoren sowie in primären Leberzellkarzinomen gebildet ; erhöhte AFP-Werte kommen auch bei manchen gutartigen Lebererkrankungen vor.

AFP ist ein Glycoprotein mit einem Molekulargewicht von 69'063 D und einem Kohlehydratgehalt von etwa 4 %. Es besteht aus 590 Aminosäuren, die in einer Kette mit drei Domänen angeordnet sind. AFP enthält eine einzige N-glycosidisch gebundene Kohlehydratkette. Die Aminosäuresequenz ist zu 39 % homolog zu der des Albumins.

AFP aus Tumoren ist möglicherweise anders glycosyliert als "das AFP, welches in der Fetalzeit produziert wird.

Bei Keimzelltumoren ist das AFP besonders sinnvoll in der postoperativen Phase: falls das AFP weniger stark abfällt als mit der Halbwertszeit von 2 - 8 Tagen zu erwarten ist, ist ein Rezidiv wahrscheinlich.

Beim primären Leberzellkarzinom werden manchmal sehr stark erhöhte AFP-Werte gemessen, bis weit über 1000 µg/l. Eine benigne Lebererkrankung weist meist einen geringeren Anstieg auf. (siehe Tabelle)

AFP-Verlaufskontrollen sind nur dann zu interpretieren, wenn die Tests mit dem gleichen System erfolgen.

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