Analysen­verzeichnis

Amylase

Stamminformationen

Analysenname
Amylase
Indikation
akute Pankreatitis
Suchbegriffe
alpha-Amylase, 1.4-alpha-D-Glucanohydrolasen, Diastase (veraltet), EC 3.2.1.1

Präanalytik

Material
Plasma Lithium-Heparin, Monovette grün, 4.9ml
Bemerkungen

Patientenvorbereitung

Patient vorzugsweise nüchtern, Blutentnahme am liegenden Patienten nach 10 Minuten Ruhe (Entnahme in aufrechter Körperhaltung ergibt bis zu 10 % höheren Wert)

Probeentnahme

Vene maximal 2 Minuten stauen

Mindestvolumen
2 ml
Haltbarkeit / Lagerung
Plasma 1 Wo bei +4 - 8 °C
Bemerkung Nachbestellung
7 d
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Li-Heparin Monovette mit Gel4.9 ml308176Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
Klinische Chemie / Autoimmunität;Laborauftrag Sursee / Wolhusen
Rubrik
Enzyme

Analytik

Methode
enzymatischer Farbtest (IFCC) [Cobas 8000 c502]
Analysenfrequenz
Mo - Fr
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.

Messungenauigkeit < 2%.


Signifikanter Anstieg für einen gegebenen Patienten (RCV) = 33%

Material
Alter
Referenzbereich
Li-Heparin-Plasma
Erwachsene
28 - 100 U/l
Kinder: < 1 Jahr
1 - 3 Jahre
4 - 9 Jahre
10 - 18 Jahre
< 44 U/l
8 - 79 U/l
16 - 91 U/l
19 - 76 U/l
Störfaktoren: Speichel kontaminiert die Probe, selten kann es infolge einer Gammopathie (besonders vom IgM-Typ, Waldenströmsche Makroglobulinämie) zu unzuverlässigen Ergebnissen kommen, Konzentration von a-Amylase kann durch die Einnahme von Hydroxyethylstärke (HES) ansteigen
Umrechnung / Faktor
[U/L] × 0.0167 = [µkat/L]
[U/L]× 16.67 = [nkat/L]
[µkat/L]× 60 = [U/L]
[nkat/L]× 0.06 = [U/L]

Zusatzinformationen

Analysenbeschreibung
Alpha-Amylase ist ein Enzym, welches normalerweise nur in geringen Mengen im Plasma vorhanden ist und den physiologischen Abbau von Speichel- und Pankreaszellen widerspiegelt.

Im Serum des Gesunden liegt die alpha-Amylase als 65:35 Gemisch zweier Isoenzyme vor, der Speicheldrüsen-Amylase (S-Amylase) und der Pankreas-Amylase (P-Amylase). Im Urin dreht sich da Verhältnis zu 35:65 um. Durch maligne Tumorzellen wird in seltenen Fällen ein drittes Isoenzym exprimiert. Ferner findet man gelegentlich Makro-Amylase, eine an Immunglobuline gebundene Form, deren physiologische Bedeutung unklar ist. Makro-Amylase kann die Analytik empfindlich stören.

Im Urin findet man P-Amylase und S-Amylase, nicht aber Makro-Amylase. Ist die alpha-Amylase im Plasma erhöht, im Urin hingegen normal, so deutet dies auf das Vorhandensein von Makro-Amylase hin.

Beide Amylasen spielen eine Hauptrolle beim Abbau der in der Nahrung enthaltenen unverzweigten Stärke, sie spalten alpha-(1,4)-glycosidische Bindungen unter der Bildung des Disaccharids Maltose. Für den Abbau von Maltose zu alpha-Glucose werden noch weitere Enzyme benötigt, ebenso für den Abbau der verzweigtkettigen Stärke Amylopectin und des Glycogens.

Im IKCI kann die alpha-Amylase als Gesamtaktivität der Pankreas- und der Speicheldrüsen-Amylase gemessen werden, oder je nach Fragestellung, spezifisch die Pankreas-Amylase. Die Aktivität der Pankreas-Amylase lässt sich mit derselben Reaktion bestimmen, nachdem die Speicheldrüsen-Amylase mittels Bindung von zwei monoklonalen Antikörpern gegen die aktiven Stelle der Speicheldrüsen Amylase blockiert wurde (Immuninhibition).

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