Nachgewiesen wird ein pathologischer Autoantikörper (ein Antikörper, welches verbotenerweise
Strukturen des eigenen Körpers entdeckt); wird gebildet, nachdem die immunologische Toleranz
gegen 'Eigen' durchbrochen wurde.
Befund |
| < 7 E/ml | Im Normbereich
der Befund schliesst eine (frühe), anti-CCP negative RA nicht aus; Prognose gilt als relativ güsitg.
kein Hinweis auf eine frühe Phase einer rheumatoiden Arthritis |
| 7-10 E/ml | Graubereich / leicht erhöht |
>10 E/ml | Erhöht
erhöhte Werte korrelieren in der Frühphaseder Erkrankung am besten mit der Gewebsdestruktion (siehe unten)
Prognose der frühen, anti-CCP positiven RA eher ungünstig |
Wissenswertes |
| Citrullinierung | Die Citrullinierung erfolgt am bereits gebildeten Protein, ist also ein posttranslationaler Prozess, der Arginin-Reste modifiziert. Ein positiv geladenes Arginin wird in das neutrale Citrullin umgewandelt. Das beteiligte Enzym ist die Peptidylarginin-Deamidase. Der Isotyp 4 des Enzyms wird durch das PADI4-Gen kodiert, welches zumindest in der asiatischen Bevölkerung eine genetische Assoziation zu RA zeigt |
| Mögliche Pathologie | Citrullinierung von Proteinen erfolgt typischerweise während der Apoptose (organisierter Zelltod). Normalerweise werden die Produkte der Apoptose effizient eliminiert und das Immunsystem 'sieht' keine citrullinierten Proteine oder Peptide.
Bei Entzündungen, rheumatisch oder nicht, sind citrullinierte Strukturen nachweisbar. Wahrscheinlich auf einer immungenetischen Basis kann es aber zu einer Fehlleistung des Abräummechanismus/Immunsystems kommen. Als Folge werden pathologische anti-citrullin Autoantikörper gebildet, die wahrscheinlich eine ganze Palette von citrullinierten 'Eigen-Antigenen' erkennen. |
| Möglicher Krankheits-spezifischer Antigen | Nachgewisene citrullinierte Antigene (self antigens) Vimentin wird anlässlich der Apoptose oder von aktivierten oder apoptotischen Makrophagen citrulliniert und ausgeschieden
Fibrinogen |
| Überwachung des Therapieerfolges | Scheint zur Zeit eher ungeeignet zu sein. Unter konventioneller DMARD Therapie kann eine Verminderung von RF aber nur ganz selten von Anti-CCP beobachtet werden. Dies gilt auch für Therapien mit TNF-Blockern oder mit Rituximab. |
Prävalenz | Autoantikörper gegen citrullinierte Peptide (%) | Rheumafaktoren (%) |
Rheumatoide Arthritis | 79 | 75 |
Andere Arthropahien | 6 | 22 |
Systematischer Lupus erythematodes | 8 | 46 |
Sjörgen-Syndrom | 3 | 73 |
Sklerodermie | 5 | 25 |
Polymyositis / Dermatomyositis | 0 | 27 |
Autoimmunthyreoiditis | 0 | 20 |
Borreliose | 2 | 22 |
Virämie | 1 | 62 |
Gesunde Blutspender | 0 | 5 |
Spezifität für rheumatoide Arthritis | 98 | 63 |