Analysen­verzeichnis

Anti-CCP

Stamminformationen

Analysenname
Anti-CCP
Indikation
Diagnostik Rheumatoide Arthritis (RA)
Suchbegriffe
Anti-Citrullinierte Peptide, Autoantikörper gegen Cyclic Citrullinated Peptide (Zyklisches citrulliniertes Peptid)

Präanalytik

Material
Serum, Monovette braun, 7.5ml
Mindestvolumen
1 separate Monovette entnehmen, (mind. 4 ml)
Haltbarkeit / Lagerung
Serum 8h bei RT, 2 Wochen bei 2-8 °C, länger bei -20 °C
Bemerkung Nachbestellung
7 d
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Serum CAT mit Gel7.5 ml308254Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
IKCI: Plasma/Serum
Rubrik
Autoantikörper: Rheumatologie/ Immunologie

Analytik

Methode
Immunologischer Test auf ImmunoCap 250
Analysenfrequenz
Mo - Fr
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.

Material
Alter
Referenzbereich [U/ml]
Serum
Erwachsene
< 7
negativ
7 - 10
Graubereich
> 10
positiv

Störfaktoren: Hämolyse, Lipämie, mikrobielle Kontamination

Zusatzinformationen

Analysenbeschreibung
Nachgewiesen wird ein pathologischer Autoantikörper (ein Antikörper, welches verbotenerweise
Strukturen des eigenen Körpers entdeckt); wird gebildet, nachdem die immunologische Toleranz
gegen 'Eigen' durchbrochen wurde.

Befund
< 7 E/ml
Im Normbereich
der Befund schliesst eine (frühe), anti-CCP negative RA nicht aus; Prognose gilt als relativ güsitg.
kein Hinweis auf eine frühe Phase einer rheumatoiden Arthritis
7-10 E/ml
Graubereich / leicht erhöht
>10 E/ml
Erhöht
erhöhte Werte korrelieren in der Frühphaseder Erkrankung am besten mit der Gewebsdestruktion (siehe unten)
Prognose der frühen, anti-CCP positiven RA eher ungünstig

Wissenswertes
Citrullinierung
Die Citrullinierung erfolgt am bereits gebildeten Protein, ist also ein posttranslationaler Prozess, der Arginin-Reste modifiziert. Ein positiv geladenes Arginin wird in das neutrale Citrullin umgewandelt. Das beteiligte Enzym ist die Peptidylarginin-Deamidase. Der Isotyp 4 des Enzyms wird durch das PADI4-Gen kodiert, welches zumindest in der asiatischen Bevölkerung eine genetische Assoziation zu RA zeigt
Mögliche Pathologie
Citrullinierung von Proteinen erfolgt typischerweise während der Apoptose (organisierter Zelltod). Normalerweise werden die Produkte der Apoptose effizient eliminiert und das Immunsystem 'sieht' keine citrullinierten Proteine oder Peptide.
Bei Entzündungen, rheumatisch oder nicht, sind citrullinierte Strukturen nachweisbar. Wahrscheinlich auf einer immungenetischen Basis kann es aber zu einer Fehlleistung des Abräummechanismus/Immunsystems kommen. Als Folge werden pathologische anti-citrullin Autoantikörper gebildet, die wahrscheinlich eine ganze Palette von citrullinierten 'Eigen-Antigenen' erkennen.
Möglicher Krankheits-spezifischer Antigen
Nachgewisene citrullinierte Antigene (self antigens)
Vimentin wird anlässlich der Apoptose oder von aktivierten oder apoptotischen Makrophagen citrulliniert und ausgeschieden
Fibrinogen
Überwachung des Therapieerfolges
Scheint zur Zeit eher ungeeignet zu sein. Unter konventioneller DMARD Therapie kann eine Verminderung von RF aber nur ganz selten von Anti-CCP beobachtet werden. Dies gilt auch für Therapien mit TNF-Blockern oder mit Rituximab.

Prävalenz
Autoantikörper gegen citrullinierte Peptide (%)
Rheumafaktoren (%)
Rheumatoide Arthritis
79
75
Andere Arthropahien
6
22
Systematischer Lupus erythematodes
8
46
Sjörgen-Syndrom
3
73
Sklerodermie
5
25
Polymyositis / Dermatomyositis
0
27
Autoimmunthyreoiditis
0
20
Borreliose
2
22
Virämie
1
62
Gesunde Blutspender
0
5
Spezifität für rheumatoide Arthritis
98
63