Analysen­verzeichnis

Anti-Kardiolipin-Antikörper, IgG, IgM

Stamminformationen

Analysenname
Anti-Kardiolipin-Antikörper, IgG, IgM
Indikation
Abklärung einer Thromboseneigung, Thrombozytopenie, rezidivierende Aborte, Lupus erythematodes
Suchbegriffe
Autoantikörper gegen Kardiolipin, Anti-Cardiolipide, ACA, Anti-Phospholipid-Antikörper, Antikardiolipin-Antikörper, engl. APA, aCL, Antiphospholipid Syndrom, APS

Präanalytik

Material
Serum, Monovette braun, 7.5ml
Bemerkungen

Probeentnahme

eine separate Monovette entnehmen

Mindestvolumen
2 ml
Mindestvolumen Kinder
2 ml
Haltbarkeit / Lagerung
Haltbarkeit / Lagerung: Serum 5h bei RT, 2 Wochen bei 2-8 °C, 1 Monat bei -20 °C, 1 Jahr bei -70°C.
Bemerkung Nachbestellung
Bis zu 5h nach Blutentnahme. Tiefgefrorenes Plasma (-70°C) kann während 1 Jahr verarbeitet werden.
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Serum CAT mit Gel7.5 ml308254Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Rubrik
Autoantikörper Hämatologie / Hämostaseologie

Analytik

Methode
Zweistufen-Chemilumineszenz-Immunoassay
Analysenfrequenz
einmal pro Woche
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen. Die in der Tabelle angegebenen Werte beziehen sich auf die 99%-Perzentile.

Material
Alter
Referenzbereich
Serum
Erwachsene
Anti-Kardiolipin IgG in CL-U/ml


<20 U/ml
negativ


Anti-Kardiolipin IgM in CL-U/ml


<20 U/ml
negativ


CL = Chemilumineszenz Units

Werte nicht mit PL = Phosholipid Units wegen unterschiedlicher Kinetik vergleichbar

Störfaktoren: Hämolyse, Lipämie, mikrobielle Kontamination, Rheumafaktoren können insbesondere die Bestimmung von IgM-Anti-Cardiolipin-Antikörpern beeinflussen

Zusatzinformationen

Analysenbeschreibung
Cardiolipine (Diphosphatidylglycerine) sind eine Untergruppe der Phospholipide. Sie bestehen aus Glycerin, verestert mit verschiedenen Fettsäuren und Phosphorsäure. Sie sind Bestandteile von zellulären Membranen.

Das Testverfahren wird mit Serumproben durchgeführt. Lipämische, hämolytische oder mikrobiell kontaminierte Proben können fehlerhafte Ergebnisse verursachen und sollten daher nicht verwendet werde

Das Antiphospholipid Syndrom (APS) ist eine systemische Autoimmunkrankheit mit einem breiten Spektrum klinischer Manifestationen: venöse und arterielle sowie mikrovaskuläre thromboembolische Erkrankungen und/oder Schwangerschafts-Komplikationen. Entsprechend kann zwischen vascular und obstetric APS unterschieden werden [1], wobei es auch Patientinnen gibt mit Symptomen aus beiden Bereichen. Die Symptomatik ist die Folge thrombotischer und inflammatorischer Mechanismen, ausgelöst durch die Antiphospholipid-Antikörper (AP-AK) [2]. Die AP-AK können primär ohne eine zugrundeliegende Erkrankung oder sekundär i.R. anderer Erkrankungen auftreten. Gemäss internationalen Richtlinien wird ein APS dann diagnostiziert, wenn sowohl klinische wie auch labormässige Kriterien erfüllt sind, die sogenannten revised Sapporo Kriterien, ursprünglich in Sapporo definiert, dann an einem Treffen in Sydney revidiert [3]. Da AP-AK auch transient vorkommen können, braucht es für die definitive Diagnose zwei pos. Laborbestimmungen im Abstand von mind. 12 Wochen. Gegenüber dem positiven Laborbefund dürfen die klinischen Manifestationen nicht länger als 3 Jahre zurückliegen.

Im Jahr 2023 veröffentlichte die ACR/EULAR aktualisierte Klassifikationskriterien. Sie ersetzen die vorherigen Kriterien aus dem Jahr 2006

Literatur
Literatur Acustar Antiphospholipidantikörper Garcia D, Erkan D. Diagnosis and Management of the Antiphospholipid Syndrome. NEJM 2018;378:2010-2021 . 2023 ACR/EULAR antiphospholipid syndrome classification criteria. Barbhaiya M, et al. Ann Rheum Dis 2023;0:1–13. doi:10.1136/ard-2023-224609
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