Calcium gesamt
Stamminformationen
| Analysenname | Calcium gesamt |
| Indikation | Untersuchung des Calciumstoffwechsels (hormonelle Störungen, D-Hyper- oder Hypovitaminose, Nierenerkrankungen), osteolytische Erkrankungen (z. B. Knochenmetastasen), Krampfanfälle, Herzrhythmusstörungen |
| Suchbegriffe | Kalzium, Calcium gesamt, Calcium total, chem. Zeichen Ca |
Präanalytik
| Material | Plasma Lithium-Heparin, Monovette grün, 4.9ml | ||||||||||
| Bemerkungen | PatientenvorbereitungErwachsene: Patient unbedingt nüchtern (4 Stunden Nahrungskarenz), Blutentnahme am liegenden Patienten nach 10 Minuten Ruhe (Entnahme in aufrechter Körperhaltung ergibt bis zu 10 % höheren Wert) ProbeentnahmeVene maximal 2 Minuten stauen | ||||||||||
| Mindestvolumen | 2 ml | ||||||||||
| Haltbarkeit / Lagerung | 7d bei 4 - 8 °C | ||||||||||
| Bemerkung Nachbestellung | 7d | ||||||||||
| Medium |
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Ausführung
| Institut / Labor | |
| Auftragsformular | Klinische Chemie / Autoimmunität;Laborauftrag Sursee / Wolhusen |
| Rubrik | Elektrolyte |
Analytik
| Methode | Farbtest, Endpunkt-Bestimmung, Ca-o-Kresolphthalein-Komplex [Cobas 8000] | ||||||||
| Analysenfrequenz | Mo - Fr | ||||||||
| Referenzbereich | Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.
Messungenauigkeit > 2%. Signifikanter Anstieg für einen gegebenen Patienten (RCV) = 8%
Störfaktoren: Citrat, EDTA, Oxalat, Fluorid und andere Komplexbildner; hohe Konzentrationen an Gadolinium-haltigen intravenös verabreichten Kontrastmittel für MRI (Kernspinnresonanztomographie) enthalten chelatierende Komplexe, die die Calciumbestimmung stören können. Gammopathie, insbesondere vom Typ IgM (Waldenström-Makroglobulinämie) kann zu unzuverlässigen Ergebnissen führen. | ||||||||
| Umrechnung / Faktor | [mmol/L] × 4.01 = [mg/dL] [mg/dL] × 0.250 = [mmol/L] |
Zusatzinformationen
| Analysenbeschreibung | Biochemie Der menschliche Organismus enthält ca. 25'000 mmol Calcium. Die tägliche Ca-Aufnahme und Ausscheidung beträgt ca. 25 mmol. Über 99 % des Gesamtkörper-Calciums sind im Knochen eingebaut, der somit auch als Ca-Reservoir angesehen werden kann. Im intrazellulären und extrazellulären Raum sind weniger als 1 % des Calciums enthalten. Calcium spielt bei vielen Vorgängen eine wichtige Rolle, beispielsweise als sekundärer Botenstoff bei Signalkaskaden ("second messenger"), bei der Blutgerinnung, der Muskelkontraktion und der Neurotransmission. Die Calciumhomöostase wird durch drei Hormone kontrolliert:
Im Normalfall ist die Resorption von Calcium aus der Nahrung auf etwa 10 mmol pro Tag begrenzt: die Aufnahme ist abhängig von Cholecalciferol (Vitamin D3). Von diesen 10 mmol werden etwa 7 mmol über die Niere ausgeschieden, der Rest mit dem Stuhl. Das im Urin ausgeschiedene Calcium stammt entweder aus der Nahrung oder wurde aus dem Knochen herausgelöst. Calcium wird glomerulär filtriert; im proximalen Tubulus und in der Henle'schen Schleife werden etwa 90 % wieder aus dem Primärharn zurückgewonnen. Die "Feineinstellung" der Calcium-Rückresorption geschieht im distalen Tubulus mit Hilfe von Parathormon. Im Endharn erscheint lediglich etwa 1 % der ursprünglich glomerulär filtrierten Menge. Die Calciumausscheidung im Urin kann erhöht sein bei Vorgängen, welche die Calciumfreisetzung aus den Knochen fördern, oder den Einbau hemmen: bei PTHrP-bildenden Tumoren, Knochenmetastasen, Osteoporose, Hyperparathyreoidismus und bei längerer Immobilisation, ferner bei Vitamin D-Überdosierung und unter der Wirkung von Schleifendiuretika Die Calciumausscheidung kann vermindert sein, bei Vitamin D-Mangel, oder wenn dieses nicht in seine aktive Form 1,25 (OH)2 D3 umgewandelt werden kann: bei Niereninsuffizienz, Leberschäden oder fehlender Sonneneinwirkung, ferner unter der Wirkung von Thiazid-Diuretika Das Calcium, welches sich im Blut befindet, setzt sich aus drei Fraktionen zusammen:
Der pH beeinflusst die Fraktionen folgendermassen:
Klinik Calcium spielt eine wichtige Rolle bei vielen Prozessen, welche regulativen Charakter haben. Daher ist die Klinik einer Hyper- oder Hypocalcämie komplex. Eine Hypercalcämie kann zustande kommen, wenn ein Überangebot vorliegt, beispielsweise, wenn es aus dem Knochen vermehrt freigesetzt wird (Exzess an Parathormon) oder wenn die Absorption gesteigert ist (D-Hypervitaminose). Im weiteren kann die Ausscheidung von Ca durch die Niere vermindert sein. Die Folgen sind mannigfaltig und zeigen sich in vielen Organsystemen.
Eine Hypocalcämie wird meist durch das Fehlen von PTH oder durch Resistenz der Endorgane für PTH verursacht. Dies kommt vor bei der Autoimmunparathyreoiditis oder als Folge eines operativen Eingriffes an der Schilddrüse, wobei die Nebenschilddrüsen entfernt oder beschädigt wurden. Eine Folge ist das tetanische Syndrom. Dabei entstehen Krämpfe der gesamten Skelett- und viszeralen Muskulatur. Die Reflexe sind pathologisch gesteigert (Hyperreflexie), Gefühlsausfälle und -störungen treten ein, weil auch die sensiblen Nervenfasern bei der Erregungsentstehung und -Leitung Calcium brauchen. Zusätzlich leiden die Patienten an Verstimmung, Angstgefühlen und Antriebslosigkeit. Bei MR-Angiographie werden Gadolliniumsalze eingesetzt. Diese interferieren mit der Calcium Bestimmungsmethode, die gemessenen Calciumwerte sind zu tief. |
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