Analysen­verzeichnis

Phosphat anorganisch

Stamminformationen

Analysenname
Phosphat anorganisch
Indikation
Erkrankungen der Nebenschilddrüsen, Nierenerkrankungen, Malabsorption, Alkoholismus, Überwachung von Dialysepatienten
Suchbegriffe
anorganisches Phosphat, anorg. Phosphat

Präanalytik

Material
Plasma Lithium-Heparin, Monovette grün, 4.9ml
Bemerkungen

Patientenvorbereitung

Patient unbedingt nüchtern (12 Stunden Nahrungskarenz), Blutspiegel tageszeitabhängig

Probeentnahme

Hämolyse vermeiden

Haltbarkeit / Lagerung
1d bei RT, 4d bei +4-8 °C, 12 Monate bei -15-20°C
Bemerkung Nachbestellung
4d
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Li-Heparin Monovette mit Gel4.9 ml308176Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
Klinische Chemie / Autoimmunität;Laborauftrag Sursee / Wolhusen
Rubrik
Elektrolyte/ Knochenstoffwechsel

Analytik

Methode
Farbtest, Endpunkt-Bestimmung, Molybdat-Reaktion [Cobas 8000 c502]
Analysenfrequenz
Mo - Fr
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.

Messungenauigkeit < 3%.


Signifikanter Anstieg für einen gegebenen Patienten (RCV) = 24%

Material
Alter
Referenzbereich
Li-Heparin-Plasma
Erwachsene
0.81 - 1.45 mmol/l
Kinder:
< 3 Monate
1 Jahr
< 16 Jahre
1.25 - 2.50 mmol/l
1.15 - 2.15 mmol/l
0.97 - 1.85 mmol/l

Störfaktoren: In liposomalen Arzneimittelformulierungen (z. B. AmBisome) enthaltene Phospholipide, Gammopathie, insbesondere vom Typ IgM (Waldenström-Makroglobulinämie)
Umrechnung / Faktor
[mmol/L] × 3.097 = [mg/dL]
[mg/dL] × 0.323 = [mmol/L]

Zusatzinformationen

AnalysenbeschreibungBiochemie

Unter dem Begriff anorganisches Phosphat versteht man die Summe von Orthophosphat, komplexiertem und proteingebundenen Phosphat. Im Blut bei einem pH von 7.4 beträgt das Verhältnis Hydrogenphosphat (HPO42-) zu Dihydrogenphosphat (H2PO4-) etwa 4:1.
Phosphate werden im Darm unter der Einwirkung von Vitamin D resorbiert. Bei einer gestörten Aufnahme von Calcium kommt es zu einer Verminderung der Phosphataufnahme, weil der Überschuss von Calcium das Phosphat im Darm präzipitiert.

Die Regulation erfolgt vor allem über die renale Ausscheidung, die über das Parathormon mit der Calciumausscheidung gekoppelt ist.


Die Produktion von 1,25-OH-Vitamin D ist umgekehrt proportional zur Phosphatkonzentration im Plasma.

Hauptquelle für die Aufnahme sind die Proteine der Nahrung.

Intrazellulär ist Phosphat das mengenmässig dominierende Anion. Etwa 85 % des Phosphats befinden sich im Knochen.

Phosphate sind beteiligt bei der Speicherung und Freisetzung von Energie (ATP), aber auch bei der Regulation des Calciums, des Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsels sowie des Säure-Basen-Haushalts.

Phosphat wird glomerulär filtriert und zu etwa 75 - 85% im proximalen Tubulus, zu weiteren 5 - 15% im distalen Tubulus rückresorbiert. Im Endharn erscheinen etwa 5 - 15% der glomerulär filtrierten Menge.

Beeinflusst wird die Phosphatausscheidung im Urin durch:

  • Phosphatzufuhr
  • Phosphatbedarf
  • Knochenstoffwechsel
  • Nierenfunktion
  • Parathormon und Vitamin D
  • verschiedene Medikamente

Klinik
Die Hypophosphatämie kann sich klinisch als Myalgie, Parästhesie, Ataxie, Schwäche oder Anorexie äussern. In schweren Fällen kann es zu Rhabdomyolyse, Hämolyse, Verminderung der Thrombozytenaggregation, Dysfunktion von Leukozyten (Chemotaxis, Phagozytose), Krämpfen, Koma und Atemversagen kommen.
Bei Kindern kann die Hypophosphatämie das Wachstum beeinträchtigen.
Die kurz dauernde Hypophosphatämie kann dagegen meist als Begleitbefund betrachtet werden, zum Beispiel beim Muskelaufbau nach Operationen, insbesondere bei Gabe von anabolen Steroiden (Sportler).

Akute Hyperphosphatämien können zu Hypocalcämie, Tetanie und Hypotension führen.

Chronische Hyperphosphatämien bewirken über ein erniedrigtes Vitamin B12 Knochenveränderungen sowie Verkalkungen besonders in Myokard, Lungen und gelegentlich in der Leber.

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