Analysen­verzeichnis

Cortisol

Stamminformationen

Analysenname
Cortisol
Indikation
Verdacht auf Überfunktion oder Unterfunktion der Nebennierenrinde, Verdacht auf Funktionsstörungen der Hypophyse
Suchbegriffe
Kortisol, Hydrocortison

Präanalytik

Material
Serum, Monovette braun, 7.5ml
Bemerkungen

Patientenvorbereitung

Patient nüchtern, Blutspiegel tageszeitabhängig

Probeentnahme

Morgen: Blutentnahme zwischen 7 Uhr und 9 Uhr
Abend: Blutentnahme zwischen 15 Uhr und 17 Uhr
supprimiert (nach Dexamethason) /stimuliert (nach ACTH oder CRH): bitte auf Monovette vermerken

Mindestvolumen
2.5 ml
Haltbarkeit / Lagerung
24h bei RT, 4 d bei + 4 - 8 °C , 12 Monate bei -20 °C (nur einmal einfrieren)
Bemerkung Nachbestellung
innerhalb 4 Tagen
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Serum CAT mit Gel7.5 ml308254Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
Klinische Chemie / Autoimmunität
Rubrik
Hormone

Analytik

Methode
Cortisol II: Chemilumineszenz-Immunoassay, kompetitiv [Cobas 8000 e 801]
Analysenfrequenz
Mo - Fr
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.

Stimuliertes Cortisol:


- Normalbefund: Anstieg des Cortisol-Basalwertes um 190 nmol/L.
Cortisol >550 nmol/L schliesst mit hinreichender Sicherheit
eine Nebennierenrindeninsuffizienz aus.
- Primare NNR-Insuffizienz:
unzureichender Anstieg des Cortisol-Basalwertes bei niedrigem
Basalwert (M.Addison).
- Sekundäre NNR-Insuffizienz:
geringer oder zeitlich verzögerter Anstieg des Cortisols.


Supprimiertes Cortisol sinkt auf weniger als die
Hälfte des basalen Cortisons ab. Im 12mg-Dexamethasonkurztest
schliesst ein supprimiertes Cortisol <80 nmol/L einen M.Cushing mit grosser Wahrscheinlichkeit aus.
Fehlende Suppression bei erhöhten Basalwerten weist auf NNR-abhangigen Hypercortisolismus oder ektope ACTH-Produktion
hin.

Messungenauigkeit < 3%.

Material
Alter
Referenzbereich
Serum
Erwachsene
Morgens:
166 - 507
nmol/l
Abends:1 73.8 - 291 nmol/l
Umrechnung / Faktor
[nmo/L] × 0.0362 = [µg/dL]
[µg/dL] × 27.59 = [nmo/L]

Zusatzinformationen

AnalysenbeschreibungBiochemie

Cortisol ist der wichtigste Vertreter der Gruppe der Glucocorticoide. Unter dem Einfluss des Hypophysenhormons Corticotropin (ACTH) werden in der Zona fasciculata der Nebennierenrinde täglich ca. 20 - 30 mg Cortisol aus Cholesterin gebildet. Die Sekretion unterliegt bei den meisten Menschen (nicht bei allen!) einem ausgeprägten zirkadianen Rhythmus mit hohen Werten am Morgen und tiefen in den Abendstunden. Hohe Cortisol-Konzentrationen hemmen die hypophysäre Ausschüttung von ACTH (negative Rückkopplung).

Cortisol ist im Plasma zu ca. 95 % an Transcortin und andere Plasmaproteine gebunden. Biologisch wirksam ist das freie Cortisol.

Physiologisch wirkt Cortisol auf die Gluconeogenese, die Lipolyse und die Wasserbilanzierung (Förderung der Natriumretention und Kaliumausscheidung, Hemmung der Wasserdurchlässigkeit der distalen Nierentubuli), sowie auf das Immunsystem.

Therapeutisch ausgenutzt werden vor allem die antiinflamatorische und immunsuppressive Wirkung.

Chemische Struktur:


Klinik


Bei Morbus Cushing liegt ein Hypercortisolismus aufgrund einer autonomen zentralen Überproduktion von ACTH vor. Alle anderen Formen des Hypercortisolismus werden als Cushing-Syndrom zusammengefasst (z. B. primäre Überfunktion der Nebennieren bei NNR-Adenom oder iatrogen). Bei 15 % der Patienten liegt eine ektope ACTH-Produktion vor, im Rahmen einer malignen Grunderkrankung (z. B. kleinzelliges Bronchus-Carcinom oder Carcinoid). Der Morbus Cushing geht einher mit Vollmondgesicht, Stammfettsucht, Hautstreifung (Bindegeweberisse), arterieller Hypertonie, Leistungsschwäche, endokrinem Psychosyndrom, Osteoporose, Diabetes mellitus, Impotenz, Oligo- bis Amenorrhoe, Hypertrichose. Bei Kindern kann es zu Wachstumsstörungen kommen.

Die primäre Nebenniereninsuffizienz wird als Morbus Addison bezeichnet. Dabei ist nicht nur ein Mangel an Glucocorticoiden nachweisbar, sondern auch der Mineralcorticoide und der in den NNR gebildeten Sexualhormone. Die wichtigsten klinischen Zeichen sind: Asthenie und Gewichtsabnahme (in 100 % der Fälle), Pigmentierungen (94 %), Anorexie (90 %), Vomitus (84 %), Nausea (81 %), zudem können abdominale Beschwerden unklarer Genese, Salzhunger und Muskelschmerzen auf die Erkrankung hinweisen

Literatur
Quelle Referenzwerte: Packungsbeilage Cortisol II Version 3.0, 2017-03 /Fa. Roche
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