Analysen­verzeichnis

Harnsäure

Stamminformationen

Analysenname
Harnsäure
Indikation
Gicht, Nierensteine, Verdacht auf angeborene Störungen des Purinstoffwechsels
Suchbegriffe
Urat, engl. uric acid

Präanalytik

Material
Plasma Lithium-Heparin, Monovette grün, 4.9ml
Bemerkungen

Patientenvorbereitung

Patient unbedingt nüchtern (12 Stunden Nahrungskarenz)
Blutspiegel tageszeitabhängig, keine körperliche Betätigung vor Blutentnahme, keine Blutentnahme nach intensiver Sonnenbestrahlung.

Achtung: besondere Anleitung für Patienten unter Therapie mit Rasburicase (Fasturtec®): Die Probe SOFORT ins Labor schicken, sonst muss das Blut gekühlt werden. Die Messung muss in weniger als 1h nach BE erfolgen. Siehe auch unter "Bemerkungen".

Mindestvolumen
2 ml
Haltbarkeit / Lagerung
Plasma 7 d bei + 4 - 8 °C
Bemerkung Nachbestellung
7 d
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Li-Heparin Monovette mit Gel4.9 ml308176Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
Klinische Chemie / Autoimmunität;Laborauftrag Sursee / Wolhusen

Analytik

Methode
enzymatischer Farbtest mit Uricase/Peroxidase [cobas 8000]
Analysenfrequenz
Mo - Fr
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.

Messungenauigkeit < 4%.




Alter
Referenzbereich
Männlich
0 - 31 Tage
71 - 230 µmol/l
31 Tage - 1 Jahr
71 - 330 µmol/l
1 - 4 Jahre
124 - 330 µmol/l
4 - 7 Jahre
106 - 325 µmol/l
7 - 10 Jahre
106 - 319 µmol/l
10 - 13 Jahre
130 - 342 µmol/l
13 - 16 Jahre
183 - 413 µmol/l
16 - 18 Jahre
124 - 448 µmol/l
ab 18 Jahre
202 - 417 µmol/l
Weiblich
0 - 31 Tage
59 - 271 µmol/l
31 Tage - 1 Jahr
65 - 319 µmol/l
1 - 4 Jahre
106 - 295 µmol/l
4 - 7 Jahre
118 - 301 µmol/l
7 - 10 Jahre
106 - 325 µmol/l
10 - 13 Jahre
148 - 348 µmol/l
13 - 16 Jahre
130 - 378 µmol/l
16 - 18 Jahre
142 - 389 µmol/l
ab 18 Jahre
142 - 339 µmol/l

Störfaktoren: Proben von Patienten mit Gammopathie, insbesondere vom Typ IgM (Waldenström-Makroglobulinämie), können in seltenen Fällen zu unzuverlässigen Resultaten führen.
Purinderivate (Allopurinol) können die Harnsäurereaktion hemmen.
Umrechnung / Faktor
[µmol/L] × 0.0168 = [mg/dL]
[mg/dL] × 59.5 = [µmol/L]
[mg/dL] × 0.059 = [mmol/L]

Zusatzinformationen

AnalysenbeschreibungStruktur:
Harnsäure ist beim Menschen das Endprodukt des Purinstoffwechsels. Adenin und Guanin werden in mehreren Stufen zu Harnsäure abgebaut. Urate heissen die Salze der Harnsäure.

Die Formel zeigt die sogenannte Ketoform der Harnsäure. In biologischen Flüssigkeiten mit pH = 7.4 liegt die Harnsäure überwiegend dissoziiert in Form ihrer Salze, der Urate, vor.

Das Problem der Harnsäure und der Urate ist ihre begrenzte Löslichkeit. Sie beträgt:

  • bei pH 5.0: 150 mg Harnsäure/L (0.9 mmol/L)
  • bei pH 7.0: 2000 mg Urat/L (12 mmol/L)

Wird mehr Harnsäure produziert als die Körperflüssigkeiten zu lösen vermögen, können sich Präzipitate aus Harnsäure- bzw. Uratkristallen bilden. Diese verursachen in Niere und Gelenken Entzündungen mit einer Kette von Folgen: Gicht.

Die Harnsäure im menschlichen Organismus stammt einerseits aus dem Stoffwechsel der körpereigenen Purine Adenin und Guanin, die beim Abbau der DNS anfallen, anderseits aus der Nahrung. Besonders purinreich sind tierische Zellen, mit einem hohen Kern-Plasma Verhältnis, wie dies bei den inneren Organen (Leber, Niere). Generell sind Fleisch, Fisch und Hülsenfrüchte besonders Purinreich.

Harnsäure wird glomerulär filtriert, im proximalen Tubulus vollständig rückresorbiert und ein Teil davon im distalen Tubulus wieder sezerniert.

Die geringe Löslichkeit der Harnsäure ist nicht nur für Patienten mit Gicht oder Nierensteinen ein Problem, sondern auch beim Sammeln eines 24-Std-Urins zur Bestimmung der Harnsäureausscheidung. Um die Löslichkeit von Harnsäure im 24 Stunden Urin zu erhöhen, wird der Urin durch Zusatz von Lithiumcarbonat alkalinisiert.

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