Homocystein
Stamminformationen
| Analysenname | Homocystein |
| Indikation | Homocysteinämie, Risikoermittlung Atherosklerose |
| Suchbegriffe | Homozystein |
Präanalytik
| Material | Plasma Lithium-Heparin, Monovette grün, 4.9ml | ||||||||||
| Bemerkungen | ProbeentnahmeProbe unmittelbar nach der Entnahme zentrifuieren. In unzentrifugierter Probe erhöht sich der Homocysteinspiegel um 8% pro Stunde. | ||||||||||
| Mindestvolumen | 2 ml | ||||||||||
| Haltbarkeit / Lagerung | 4 Wochen bei 2-8° C | ||||||||||
| Bemerkung Nachbestellung | 7 d | ||||||||||
| Medium |
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Ausführung
| Institut / Labor | |
| Auftragsformular | Klinische Chemie / Autoimmunität |
| Rubrik | Vitamine |
Analytik
| Methode | Enzymimmunoassay (Enzyme-Cycling-Assay) [Cobas pro] | |||||||||||||||
| Analysenfrequenz | 2 x pro Woche | |||||||||||||||
| Referenzbereich | Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.
Messungenauigkeit < 5%.
Störfaktoren: hämolytische oder stark lipämische Proben, Glutation (> 0.5mmol/l), Cystationin (> 100 μmol/l), Pyruvat (> 0.5 mmol/l), die Einnahme von Mathotrexat, Carbamazepin, Phenytoin, Distickstoffoxid, Antikonvulsiva oder 6-Azuridintriacetat kann aufgrund von Interferenzen mit dem Hcy-Stoffewechsel zu höheren Konzentrationen führen, Proben die 3-Dezaadenosin enthalten, in sehr seltenen Fällen kann eine Gammopathie (besonders Typ IgM (Waldenström-Makroglobulinämie)) zu unzuverlässigen Ergebnissen führen | |||||||||||||||
| Umrechnung / Faktor | [µmol/L] × 0.135 = [mg/L] [mg/L] × 7.41 = [µmol/L] |
Zusatzinformationen
| Analysenbeschreibung | Chemische Struktur: Homocystein ist ein Zwischenprodukt im Stoffwechsel der schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin und Cystein. Ein erhöhter Homocysteinspiegel ist ein unabhängiger Risikofaktor für Atherosklerose und koronare Herzkrankheiten. Im Stoffwechsel des Homocysteins spielen drei Vitamine eine Rolle: Vitamin B6, Vitamin B12 und Folat.
Homocystein kommt im Plasma in verschiedenenen Formen vor: teils frei, teils als Thiolacton, teils als Disulfid mit seinesgleichen oder mit Cystein, zum grössten Teil an Proteine gebunden. Es kann nach Mahlzeiten erhöht sein und sollte daher nüchtern abgenommen werden. Beim stehen lassen der Probe wird Homocystein massiv aus den Erythrozyten freigesetzt, so dass die Bestimmung sofort nach der Blutentnahme geschehen sollte.
Zyklus der aktivierten Methylgruppe: Homocystein wird durch Übertragung einer Methylgruppe aus Methyltetrahydrofolat in Methionin umgewandelt; dieser Schritt benötigt als Coenzym Vitamin B12. Methionin kann mit der energiereichen Verbindung ATP S-Adenosylmethionin bilden, das die Methylgruppe an ein anderes Molekül weiterreichen kann. S-Adenosylmethionin geht dabei in S-Adenosyl- homocystein (SAH) und schliesslich wieder in Homocystein über, und der Zyklus kann von neuem beginnen. Homocystein reagiert mit der Aminosäure Serin zu Cystathionin; dieser Schritt benötigt als Coenzym Pyridoxalphosphat (Vitamin B6). Cystathionin zerfällt in Cystein und alpha-Ketoglutarat. Warum ist Homocystein ein Risikofaktor für Atherosklerose? Der Mechanismus der Schadenwirkung ist bis heute nicht völlig geklärt. Es scheint aber, dass dabei reaktive Sauerstoffradikale im Spiel sind, die aus Homocystein gebildet werden. Homocystein bewirkt eine Schädigung des Endothels, Thrombozytenaktivierung und Thrombusbildung sowie die Proliferation der Gefässmuskelschicht, ferner die Oxidation von LDL. |
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