Analysen­verzeichnis

Präalbumin

Stamminformationen

Analysenname
Präalbumin
Indikation
Beurteilung des Ernährungsstatus (Proteinmangel), Beurteilung der Proteinsynthese in der Leber
Suchbegriffe
Prealbumin, Transthyretin

Präanalytik

Material
Serum, Monovette braun, 7.5ml
Bemerkungen

Patientenvorbereitung

Blutentnahme am liegenden oder sitzenden Patienten nach 15 Minuten Ruhe (Entnahme in aufrechter Körperhaltung ergibt bis zu 10 % höheren Wert), keine körperliche Betätigung vor Blutentnahme

Probeentnahme

Vene maximal 3 Minuten stauen

Mindestvolumen
2 ml
Haltbarkeit / Lagerung
6 Monate bei + 4 - 8 °C, 1 Jahr bei -20 °C
Bemerkung Nachbestellung
7 d
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Serum CAT mit Gel7.5 ml308254Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
Klinische Chemie / Autoimmunität
Rubrik
Proteine, Enzyme

Analytik

Methode
Immunologische Nephelometrie [Atellica Siemens]
Analysenfrequenz
Mo und Do
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.

Messungenauigkeit < 6%.

Material
Alter
Referenzbereich
Serum0 - 14 Tage0.02 - 0.12 g/L

15 Tage - 1 Jahr0.05 - 0,24 g/L

1 - 5 Jahre0.12 - 0.23 g/L

5 - 13 Jahre0.14 - 0.26 g/L

13 - 16 Jahre 0.18 - 0.31 g/L

16 - 19 Jahre m
16 - 19 Jahre f
0.20 - 0.35 g/L
0.17 - 0.33 g/L

Erwachsene0.20 - 0.40 g/L

Störfaktor: Intralipid führt zu falsch hohen Werten, In sehr seltenen Fällen kann eine Gammopathie, insbesondere vom Typ IgM (Waldenström-Makroglobulinämie), zu unzuverlässigen Ergebnissen
führen
Umrechnung / Faktor
[g/L] × 100 = [mg/dL]
[mg/dL] × 0.01 = [g/L]

Zusatzinformationen

Analysenbeschreibung
Präalbumin ist ein tetrameres Protein aus 4 gleichen Untereinheiten. Die 4 Untereinheiten bilden miteinander eine kanalartige Struktur, die 2 Bindungsstellen für Thyroxin enthält. Ausserdem gibt es eine weitere Bindungsstelle für RBP. Das Molekulargewicht des Tetramers beträgt rund 55' 000 Dalton. Das Präalbumin im Plasma stammt aus der Leber. Die höchsten Präalbumin-Konzentrationen findet man in der Chorioidea des Auges.

Die Synthese des Präalbumins ist von der Proteinzufuhr abhängig. Da seine Halbwertszeit mit nur 2 Tagen relativ kurz ist, reagiert der Plasmaspiegel rasch auf eine Verminderung der Proteinsynthese. Präalbumin gilt daher als Indikator für den Ernährungsstatus (Mangelernährung, Anorexie) und für eine Schädigung der Proteinsynthesekapazität der Leber.

Eine Besonderheit des Präalbumins besteht darin, dass sein Plasmaspiegel bei akuten oder chronischen Entzündungen sinkt: es verhält sich gewissermassen als "negatives" Akute-Phase-Protein.

Abnorme Präalbumine können eine Ursache der familiären Amyloidose sein. Manche Varianten des normalen Präalbumins neigen dazu, sich zu unlöslichen Fibrillen zu aggregieren. Diese lagern sich im Gewebe ab und führen schliesslich zu einer Polyneuropathie oder zu einer Kardiomyopathie. In der Literatur sind dutzende von Punktmutationen beschrieben, die in Familien mit hereditärer Amyloidose gefunden wurden.

Mindestens eine weitere Mutation ist für eine familiäre euthyreote Hyperthyroxinämie verantwortlich. Die Mutation erhöht die Affinität des Präalbumins für Thyroxin. Es wird mehr Thyroxin gebunden, und die betroffenen Personen haben als Anpassung an diese Situation ein erhöhtes Gesamt-Thyroxin. Sie sind aber euthyreot, und das freie Thyroxin ist normal.