Analysen­verzeichnis

Prolactin

Stamminformationen

Analysenname
Prolactin
Indikation
Frauen: Sterilitätsdiagnostik, Amenorrhöe, Oligomenorrhöe, anovulatorische Zyklen, Corpus luteum-Insuffizienz, Virilisierung, Galaktorrhöe, Mastodynie, Mastopatie, Therapiekontrolle beim Abstillen
Männer: Libido- und Potenzstörungen, Hypogonadismus, Sterilitätsdiagnostik, Galaktorrhöe
Beide Geschlechter: Verdacht auf hypophysäre und hypothalamische Erkrankung
Suchbegriffe
Prolaktin, PRL

Präanalytik

Material
Serum, Monovette braun, 7.5ml
Bemerkungen

Patientenvorbereitung

Blutspiegel tageszeitabhängig, Stress beeinflusst den Blutspiegel (ev. Venen-Katheter legen und nach 30 Minuten zweite Blutprobe entnehmen)

Probeentnahme

Blutentnahme zwischen 7 und 9 Uhr

Haltbarkeit / Lagerung
2 Wochen bei 2‑8 °C, 6 Monate bei ‑20 °C (nur einmal einfrieren)
Bemerkung Nachbestellung
innerhalb 7 d
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Serum CAT mit Gel7.5 ml308254Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
Klinische Chemie / Autoimmunität
Rubrik
Sexualhormone

Analytik

Methode
ElektroChemiLumineszenz-ImmunoAssay "ECLIA" [Cobas 8000 e801] Standard: 3. IRP WHO-Referenzstandard 84/500 Zum Ausschluss einer Makroprolactinämie wird bei erhöhtem Prolactin im Labor routinemässig ein PEG-Fällungstest ausgeführt.
Analysenfrequenz
Mo - Fr
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.

Messungenauigkeit < 4%.



Material
Alter
Referenzbereich
Serum
Frauen
4.8 - 23.3 µg/l

Männer
4.0 - 15.2 µg/l

Es muss beachtet werden, dass die Prolaktinausschüttung episodisch erfolgt und einem 24-Stunden-Zyklus unterliegt.

Störfaktoren: hohe Biotin-Dosen (> 5mg/Tag), Antikörpern gegen Analyt-spezifische Antikörper, Streptavidin sowie Ruthenium, Dopamin, L-Dopa, Ergotamin-Derivate,
Umrechnung / Faktor
[µg/L] = [ng/mL]
[ng/mL] × 21.2 = [mU/L]
[mU/L] × 0.0472 = [ng/mL]

Zusatzinformationen

Analysenbeschreibung
Prolactin wird im Hypophysenvorderlappen synthetisiert. TRH und Östrogen stimulieren die Freisetzung von Prolactin, Dopamin hemmt sie. Die Prolactinsekretion folgt einer schwachen zirkadianen Rythmik mit nächtlichem Anstieg und einem maximalen Wert am frühen Morgen. Die biologische Halbwertszeit beträgt weniger als eine Stunde. All dies bewirkt, dass die Blutspiegel des Prolactins beträchtliche Schwankungen aufweisen.

Prolactin stimuliert bei Frauen die Entwicklung der Brust und die Laktation nach der Entbindung.


Hohe Prolactinkonzentrationen unterdrücken die pulsatile Freisetzung von Gonadorelin (GnRH) und damit auch diejenige von LH. Die Folge ist ein hypothalamischer Hypogonadismus, der sich bei Frauen in Zyklusstörungen, Amenorrhoe und Sterilität, bei Männern in Libido- und Potenzstörungen äussern kann.

Stress bewirkt die Ausschüttung von Prolactin. Zahlreiche Medikamente, vor allem solche, die in den Hirnstoffwechsel eingreifen, haben ebenfalls einen Einfluss auf den Prolactin-Blutspiegel.

Monomeres Prolactin ist ein Glycoprotein mit einem Molekulargewicht von rund 23 Kilodalton. Es besteht aus 199 Aminosäuren, die in einer einzigen Kette angeordnet sind. Die tertiär Struktur wird durch drei Disulfidbrücken stabilisiert.

Das Prolactin im Serum ist jedoch heterogen. In manchen Seren findet man neben dem monomeren Prolactin auch Formen mit höherem Molekulargewicht, darunter eine Form, die als Makroprolactin bezeichnet wird. Es wurden mindestens die folgenden Formen identifiziert:

Name
Struktur
Molekulargewicht
biologisch aktiv
Prolactin
monomer
23 kD
ja
big prolactin
dimer
48 kD
nein
Makroprolactin
Prolactin-IgG-Komplex
> 150 kD
nein

Makroprolactin kann bei der Bestimmung Probleme verursachen. Manche Analysensysteme, darunter auch der im IKCI verwendete cobas8000, erfassen Makroprolactin überproportional. Dadurch kann eine Hyperprolactinämie vorgetäuscht werden, die für den Patienten eine Reihe von unnötigen Abklärungen und Massnahmen zur Folge hat. Daher wird ein Spezimen mit erhöhtem Prolactin routinemässig auf die Anwesenheit von Makroprolactin überprüft.

Es gibt Patienten bei denen beide Formen gleichzeitig vorliegen: ein wesentlicher Anteil Makroprolactin und zuviel monomeres Prolactin.

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