Analysen­verzeichnis

Lipase

Stamminformationen

Analysenname
Lipase
Indikation
Pankreatitis, Makroamylasämie
Suchbegriffe
Triacylglycerol-Acylhydrolase, EC 3.1.1.3

Präanalytik

Material
Plasma Lithium-Heparin, Monovette grün, 4.9ml;Punktate
Bemerkungen

Patientenvorbereitung

Patient vorzugsweise nüchtern, Blutentnahme am liegenden Patienten nach 10 Minuten Ruhe (Entnahme in aufrechter Körperhaltung ergibt bis zu 10 % höheren Wert)

Probeentnahme

Vene maximal 2 Minuten stauen

Mindestvolumen
2 ml
Haltbarkeit / Lagerung
1 Woche bei + 4 - 8 °C, 2 Monate bei -15-20 °C
Bemerkung Nachbestellung
7 d nach Blutentnahme
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Li-Heparin Monovette mit Gel4.9 ml308176Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
Klinische Chemie / Autoimmunität;Laborauftrag Sursee / Wolhusen

Analytik

Methode
enzymatischer Farbtest [Cobas 8000]
Analysenfrequenz
Mo - Fr
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.

Messungenauigkeit < 4%.

Material
Alter
Referenzbereich
Li-Heparin-Plasma
Erwachsene
13 - 60 U/l

Störfaktor: Proben von Patienten mit Gammopathie, insbesondere vom Typ IgM (Waldenström-Makroglobulinämie), können in seltenen Fällen zu unzuverlässigen Resultaten führen
Umrechnung / Faktor
[U/L]× 0.0167 = [µkat/L]
[U/L]× 16.67 = [nkat/L]
[µkat/L]× 60 = [U/L]
[nkat/L]× 0.06 = [U/L]

Zusatzinformationen

Analysenbeschreibung
Viele der Enzyme, welche wir im Blut bestimmen können, gelangen beim Zelluntergang im Rahmen der normalen Zellmauserung der Geweben ins Blut. Viele Enzyme sind im Organismus nicht gleichmässig verteilt, sondern sie kommen in besonders hoher Konzentration oder sogar ausschliesslich in einzelnen Organen und Geweben vor. Steigt ihre Aktivität im Blut an, so weist dies auf Zellschäden in ihren Herkunftsorganen hin. Die Lipase stammt v.a. aus dem Pankreas.

Die Pankreaslipase wird in den Acinuszellen des Pankreas synthetisiert und zum überwiegenden Teil ins Duodenum abgegeben. Lipasen spalten Triglyceride. Die Pankreaslipase hat die Aufgabe, im Darm die mit der Nahrung aufgenommenen Triglyceride zu Diglyceriden, Monoglyceriden und schliesslich zu Fettsäuren und Glycerin abzubauen. Ein kleiner Teil (< 1 % der Aktivität) gelangt beim Gesunden ins Blut. Ein Anstieg im Serum zeigt eine erhöhte Permeabilität der Acinuszellen oder eine Abflussstörung des Gangsystems des Pankreas an. Eine erniedrigte Pankreaslipase deutet auf Synthesestörungen im Pankreas, z.B. bei Pankreatitis mit massivem Zerstörung des Gewebes.

Neben der Pankreaslipase wurden noch zwei verwandte "Pancreatic lipase related proteins" mit ähnlicher Substratspezifität beschrieben, welche aus der Magenschleimhaut und der Glandula submandibularis stammen (2). Sie werden teilweise mitgemessen.


Lipase
Triglycerid + 3 H2O ¬¾¾¾¾¾¾® Glycerin + 3 Fettsäure-anionen

Das pH-Optimum der Pankreaslipase liegt bei etwa pH 9. Da das Substrat wasserunlöslich ist, benötigt sie für ihre Aktivität Cofaktoren: eine Colipase (ein Peptid mit 84 AS) sowie Gallensäuren, die um das Substrat Micellen bilden, sowie Kalziumionen. Sie wirkt in vivo sowie in vitro nur unter diesen Bedingungen.

Pankreaslipase ist ein Protein aus einer Kette mit 449 Aminosäuren und einem Molekulargewicht von 49'000 Dalton. Es enthält einen Kohlenhydratrest.
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