Analysen­verzeichnis

gamma-GT

Stamminformationen

Analysenname
gamma-GT
Indikation
Leber- und Gallenwegserkrankungen, Abklärung bei Alkoholismus,
Pankreaskopfkarzinom, Verlauf bei Behandlung mit hepatotoxischen Medikamenten
Suchbegriffe
gamma-Glutamyltransferase, gamma-Glutamyltranspeptidase, EC 2.3.2.2, GGT

Präanalytik

Material
Plasma Lithium-Heparin, Monovette grün, 4.9ml
Bemerkungen

Patientenvorbereitung

Blutentnahme am liegenden Patienten nach 10 Minuten Ruhe (Entnahme in aufrechter Körperhaltung ergibt bis zu 10 % höheren Wert)

Probeentnahme

Vene maximal 2 Minuten stauen

Mindestvolumen
2 ml
Haltbarkeit / Lagerung
Plasma 1 Wo bei + 4 - 8 °C
Bemerkung Nachbestellung
7 d
Medium
BildBezeichnungVolumenSAP NummerVerwendung
Li-Heparin Monovette mit Gel4.9 ml308176Allgemein

Ausführung

Institut / Labor
Auftragsformular
Klinische Chemie / Autoimmunität;Laborauftrag Sursee / Wolhusen

Analytik

Methode
enzymatischer Farbtest, Methode nach Szasz (IFCC), Messung bei 37 °C [Cobas 8000]
Analysenfrequenz
Mo - Fr
Referenzbereich
Referenzbereiche sind methodenabhängig. Massgebend sind die Angaben auf den Resultatformularen.

Messungenauigkeit < 4%.

Material
Alter
Referenzbereich
Li-Heparin-Plasma
Frauen
5 - 36 U/l
Männer
8 - 61 U/l
Kinder:
< 6 Monate
< 6 Jahre
Jugendliche:
< 231 U/l
< 26 U/l
< 50 U/l

Störfaktor: Proben von Patienten mit Gammopathie, insbesondere vom Typ IgM (Waldenström-Makroglobulinämie), können in seltenen Fällen zu unzuverlässigen Resultaten führen
Umrechnung / Faktor
[U/L] × 0.0167 = [µkat/L]
[U/L] × 16.67 = [nkat/L]
[µkat/L] × 60 = [U/L]
[nkat/L] × 0.06 = [U/L]

Zusatzinformationen

Analysenbeschreibung
Viele Enzyme, welche wir im Blut bestimmen können, haben dort keine bekannte Funktion. Sie gelangen beim Zelluntergang im Rahmen der normalen Zellmauserung der Gewebe ins Blut. Die meisten Enzyme sind im Organismus nicht gleichmässig verteilt, sie kommen in besonders hoher Konzentration oder sogar ausschliesslich in einzelnen Organen vor. Steigt ihre Aktivität im Blut an, so weist dies auf Zellschäden in ihren Herkunftsorganen hin.

Die gamma-Glutamyltransferase (GGT) kommt in fast allen Körperzellen vor, ausser in Knochen- und Muskelzellen. Besonders hohe Konzentrationen findet man in Hepatozyten, Nierentubuluszellen und in der Prostata. Die GGT ist meist in der Zellmembran lokalisiert, ihr aktives Zentrum ist auf der Aussenseite, wo es für den Transport von Aminosäuren in die Zelle bereitsteht. In der Leber findet sich das Enzym aber im Zytoplasma. Bei einer Schädigung von Leberzellen wird es frei. Die GGT-Aktivität im Serum stammt daher praktisch ausschliesslich aus der Leber. Das Enzym ist teils in wasserlöslicher Form, teils an Plasmalipoproteine (HDL und VLDL) gebunden.

GGT ist bei allen Formen von Leberzellschäden erhöht, insbesondere wenn eine Cholestase vorliegt. Bei persistierenden chronischen Hepatitiden ist der Anstieg oft mässig. Leberzellschäden spiegeln sich ebenfalls in einem Anstieg von ALAT und ASAT.

Zur Abklärung des Alkoholkonsums werden oft Carbohydrate deficient transferrin (CDT), GGT und MCV gemessen. Bei plötzlicher vollständiger Abstinenz sinken die Plasmawerte des GGT innerhalb 2 - 4 Wochen wieder in den Referenzbereich.

Cave: Eine Erhöhung des GGT kann auch durch Induktion der Enzymsysteme durch Medikamente, beispielsweise Antikonvulsiva, verursacht werden: ein Anstieg ist nicht immer Zeichen einer Leberzellerkrankung.

Literatur
Lothar Thomas: Gamma-Glutamyl-Transferase in: Lothar Thomas (ed): Labor und Diagnose TH Books Verlagsgesellschaft (2000) Seiten 107 - 16
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